Kompany bangt um davies und co.: bayerns verletzungsdéjà-vu droht
Vincent Kompany raucht nicht, aber er kaut vermutlich die Kugelschreiber in der Säbener Straße kurz vor der Länderspielpause regelrecht durch. Der Grund: Beim FC Bayern droht dieselbe Katastrophe wie 2025. Vor genau einem Jahr jubelten Sportdirektor Christoph Freund und Kompany noch, dass alle Spieler fit seien – und dann rissen binnen Tagen Alphonso Davies und Dayot Upamecano ihre Kreuzbänder beziehungsweise Knorpel. Der Traum vom Triple war geplatzt.
Freundschaftsspiele statt nations-league-härtetest
Diesmal gibt es einen Unterschied, der Kompany zumindest ein kleines Lächeln entlockt: „Es sind alles Freundschaftsspiele. Viele Bundestrainer haben schon signalisiert, dass sie die Spieler nur einmal einsetzen.“ Die WM in den USA steht zwar vor der Tür, doch Julian Nagelsmann will seine Stars nicht schon im März grillen. Das reduziert das Risiko – aber es beseitigt es nicht. Denn auch ein unglückliches Foul im Testspiel gegen Ghana kann den Kreuzbandapparat zerreißen.
Max Eberl schaudert noch heute, wenn er an die Bilder von Davies denkt, der im März 2025 in der zwölften Minute des CONCACAF-Duells mit den USA am Boden lag. „Das hat uns sehr, sehr wehgetan“, sagt der Sportvorstand. Die Folge: Bayern spielte bis Juni ohne Linksverteidiger, musste im Viertelfinale gegen Real Madrid improvisieren und schied aus. Die Zahlen sind eindeutig: Bayern gewann seit 2012 kein einziges Pflichtspiel mehr gegen die Königlichen – eine Serie, die im April 2026 endlich reißen soll.

Real madrid wartet – und mit ihm der saisonknackpunkt
Jan-Christian Dreesen sieht die Uhr ticken. „Wir sind gerade im Flow“, sagt der Vorstandschef. Die englischen Wochen haben die Münchner in einen Rhythmus geprägt, der selbst den erfahrensten Fitnesscoach neidisch macht. Dreimal in sieben Tagen gewannen die Roten, schossen dabei zwölf Tore. Dann kommt die Pause – und mit ihr das Risiko, den Faden zu verlieren. „Wir müssen den Rhythmus wiederfinden, und das in kürzester Zeit“, so Dreesen.
Kompany kann nur hoffen, dass seine Appelle bei Nagelsmann und Co. ankommen. Der Belgier telefoniert mit den Nationaltrainern, schickt Fitnessdaten, bittet um Rücksichtnahme. Er weiß: Ein verletzter Davies würde die komplette taktische Planung sprengen. Die Alternative wäre ein 19-jähriger Ersatzmann, der in der Champions League gegen Vinícius Júnior sprinten müsste – ein Szenario, das selbst den Optimisten im Klub wach werden lässt.
Am 4. April geht’s los, Achtelfinale, Rückspiel in Madrid. Wer da nicht fit ist, fliegt raus – und mit ihm der Traum vom ersten Titel seit 2020. Kompany hat keine zweite Mannschaft mehr, nur ein Kartenhaus. Und die Länderspielpause droht, es einzureißen.
