Kolstad verdirbt elverum die meister-feier – 26:24-sensation in der halle der träume

Die Bierfässer standen schon kalt, die Konfetti-Kanonen geladen. Dann kam Stian Gomo Nilsen und riss Elverum das goldene Band weg. 26:24 gewannen die Kolstad-Tiger in der mit 3.000 Fans gespickten Terningen Arena – und verwandelten die vorzeitige Meister-Party der Hausherren in ein 60-minütiges Albtraum-Drama.

Der plan: früh feiern. die realität: 58 % gudmundsson

Was niemand sah: Sigurjon Gudmundsson. Der Isländer tauschte zur Pause ein, fing 58 % aller Elverum-Würfe und schleuderte seine Kollegen mit einem 3:0-Sprint auf 17:12. „Plötzlich lagen wir fünf Tore zurück, und die Musik war schon leiser“, sagte Kevin Gulliksen, der vor dem Spiel noch erklärt hatte, „gegen Kolstad spielt man nicht nur um Punkte – man spielt um Stolz“.

Die Magen-Darm-Welle hatte beiden Teams die Kader auf 14 Feldspieler reduziert. Trotzdem lieferten sie sich eine Abwehrschlacht, die jeden Zweikampf knallte. 9:9 nach 24 Minuten – dann das Kolstad-Break. Mit 14:12 ging es in die Kabine, danach der Gudmundsson-Show-Act. Elverum fand keine Lücke, stolperte über sich selbst, lag 19:26 zurück.

5:0-Lauf kommt zu spät – gold bleibt in reichweite

5:0-Lauf kommt zu spät – gold bleibt in reichweite

Die letzten fünf Minuten: Heer-Alarm. Elverum schaltet auf Tor-Modus, Magnus Fredriksen trifft doppelt, Gulliksen verkürzt mit Siebenmeter auf 24:25. Doch Kolstad-Kapitän Thomas Boilesen nagelt mit dem Schlusspfiff den Deckel zu. 26:24 – und die Meisterkrone muss mindestens eine Woche im Karton bleiben.

Kolstad rückt auf zwei Punkte heran, doch der Verein selbst spielt die Hoffnung herunter: „Wir bräuchten ein mittelstarkes Erdbeben“, heißt es in der Pressemitteilung. Elverum hat noch drei Spiele – Sandnes, Kristiansand, Fjellhammer – und die bessere Tordifferenz. Die Meisterschaft ist nach wie vor in ihrer Hand.

Die Fans rauschten trotzdem in die Nacht – diesmal ohne Meister-Schal, aber mit dem Wissen: Die Serie lebt, und die Rechnung kommt erst in zwei Wochen. Kolstad feierte auf der Tribüne, als wäre schon alles gewonnen. Elverum schluckte, schüttelte sich – und wird zurückkommen. Die Goldmedaillen sind geprägt, nur das Datum steht noch nicht fest.