Kolo muani: verpasste chance und drohende karrierekrise?
Ein Schock für den französischen Fußball: Randal Kolo Muani, einst gefeiert als Hoffnungsträger, steht vor einem Scheideweg. Nach dem vergebenen Elfmeter im WM-Finale 2022 und einer enttäuschenden Saison bei Tottenham Hotspur wurde er von Nationaltrainer Didier Deschamps für die anstehende Weltmeisterschaft in Nordamerika, Mexiko und Kanada nicht berücksichtigt. Eine Entscheidung, die viele überraschte und die Frage aufwirft, wie es für den 27-Jährigen weitergeht.
Das trauma des verlorenen finals
Die Bilder sind noch immer präsent: Das WM-Finale 2022, die Verlängerung, Kylian Mbappé gleicht aus, und dann Kolo Muani, frei vor Emiliano Martínez – und der verfehlte Abschluss. Ein Moment, der das Potenzial hatte, Frankreich zum Titel zu schießen, doch stattdessen ein Trauma hinterließ. „Es hätte mein Leben verändern können“, gestand Kolo Muani später. Und in gewisser Weise war es das auch, wenn auch nicht in der Weise, die er sich erhofft hatte.
Vor drei Jahren schien die Welt zu seinen Füßen zu liegen. Bei Eintracht Frankfurt präsentierte er sich als Torjäger und Assistgeber in Topform – 23 Tore und 17 Vorlagen in einer starken Saison. Doch der vergebene Elfmeter schien einen Fluch auszulösen. Obwohl er zunächst seine Leistungen im Verein beibehalten konnte, fand er in der Premier League bei Tottenham Hotspur nicht mehr zu seiner alten Stärke.
Nur ein Tor in 28 Liga-Einsätzen – die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Während er in der Champions League mit vier Treffern in neun Spielen zumindest ansatzweise überzeugte, war seine Zeit bei den Spurs alles andere als ein Erfolg. Die Nichtnominierung für die WM ist somit die logische Konsequenz einer verkorksten Saison.

Deschamps' entscheidung: mateta statt kolo muani
Die französische Presse reagierte unterschiedlich auf die Entscheidung von Deschamps. Während einige eine „französische Revolution“ sahen und Kolo Muani als „vom Blitz getroffen“ bezeichneten, werteten andere die Nichtberücksichtigung als folgerichtige Konsequenz seiner schwachen Leistungen. Deschamps selbst begründete seine Wahl mit Jean-Philippe Mateta, einem ehemaligen Frankfurter, der erst in der WM-Qualifikation sein Debüt feierte. „Er ist ein Strafraumspieler mit guter Treffsicherheit“, so der Nationaltrainer. „Er hat ein anderes Spielerprofil und ist eine Option, die ebenfalls nützlich sein kann.“
Kolo Muani hatte bis zum Schluss mit einer Nominierung gerechnet, doch die Zeichen standen nicht gut. Seine Zukunft ist ungewiss. Die Leihe an Tottenham endet, und obwohl er einen Vertrag bei Paris Saint-Germain bis 2028 besitzt, gibt es bereits Gerüchte über ein mögliches Interesse von Juventus Turin. Ob er sich bei PSG neu beweisen kann oder doch noch einen neuen Verein findet, bleibt abzuwarten. Doch eines ist klar: Die verpasste Chance bei der WM ist ein schwerer Schlag für seine Karriere.
Die Szene im WM-Finale wird ihn wohl sein Leben lang begleiten. „Ich kann diese Chance nicht vergessen“, sagte Kolo Muani. Ein Satz, der die tiefe Enttäuschung und die verlorene Hoffnung eines jungen Fußballers widerspiegelt. Seine Karriere steht nun am Scheideweg – und die Frage ist, ob er es schafft, das Trauma zu überwinden und wieder zu alter Stärke zu finden.
