Kölns elfmeterschütze: waldschmidts cooler kopf entscheidet die partie
Ein Auftritt voller Überraschungen am Millerntor: Der 1. FC Köln sicherte sich ein hart erkämpftes Unentschieden gegen den FC St. Pauli, und das dank eines Elfmeters, der alles andere als geplant war. Während die Verantwortlichen bereits einen anderen Schützen auserkoren hatten, bewies Luca Waldschmidt Nervenstärke und brachte die Geißböcke auf das Viertelfeld der Tabelle zurück.

Die verwirrung vor dem schuss: ein taktischer schachzug
Die Situation wirkte zunächst chaotisch: Said El Mala, der eigentlich als Elfmeter-Spezialist vorgesehen war, hatte im Mittelfeld die Frage nach dem Schützen laut ausgesprochen. Waldschmidt, erst in der 79. Minute eingewechselt, soll dem jungen Kölner daraufhin angeboten haben, den Elfmeter zu verwandeln. „Er hat nur kurz ein bisschen Verwirrung gestiftet“, erklärte Waldschmidt später grinsend im Sky-Interview. Ein cleverer Schachzug, um den Gegner zu überraschen und die eigene Ruhe zu bewahren.
Doch die Entscheidung war getroffen: Waldschmidt übernahm die Verantwortung, ließ Nikola Vasilj keine Chance und zirkelte den Ball humorlos ins rechte untere Eck. „Ich bin ganz klar ran und habe gesagt: Das ist meine Ecke, die nehme ich mir. Keine großen Experimente bei der Wichtigkeit“, so der Stürmer, der mit seinem Tor nicht nur den Ausgleich erzielte, sondern auch zeigte, dass er in entscheidenden Momenten kühlen Kopf bewahrt.
Trainer René Wagner lobte seinen Spieler für diese Initiative: „Großen Respekt an Said, in der Situation den Ball abzugeben, und ich freue mich für Luca, dass er ihn dann reingehauen hat. Die Jungs müssen am Ende auf dem Platz entscheiden, ob sie sich gut fühlen.“ Ein Zeichen des Vertrauens in die eigenen Spieler und eine Bewältigung der Situation, die dem FC weiter ungeschlagen unter Wagner Auftrieb gibt.
Mit vier verbleibenden Spielen stehen die Chancen für den 1. FC Köln gut, die Klasse zu halten und auch in der kommenden Saison in der Bundesliga zu spielen. Die Punkteteilung gegen St. Pauli war dabei ein wichtiger Schritt, um den Abstand zum Relegationsplatz weiter auszubauen. Ein Unentschieden, das vielleicht auch der überraschenden Wendung beim Elfmeter geschuldet war – ein Beweis dafür, dass im Fußball oft die unerwarteten Momente über Sieg und Niederlage entscheiden.
