Kölner haie jagen den titel: play-offs beginnen mit historischer favoritenrolle
Die 32. DEL-Saison spitzt sich zum Krimi zu. Ab Dienstag zelebriert die Liga ihr Herzstück: das Viertelfinale. Favorit? Ein Team dominierte die Hauptrunde so souverän wie zuletzt die Münchener 2019: die Kölner Haie. 16 Siege in Serie, 20 von 21 Spielen gewonnen – das war keine Phase, das war ein Statement. 116 Punkte, beste Offensive, bestes Powerplay, bester Torhüter, bester Trainer. Der achtmalige Meister will endlich wieder nach oben. 24 Jahre hat es gedauert. Das ist keine Durststrecke mehr, das ist ein Kriegszug.
Doch die Play-offs lieben die Makel der Favoriten. Köln schwächelte nach der Rekordjagd, verlor drei der letzten fünf Spiele. Ein Hauch von Anfälligkeit. Genug, um Berlin, Mannheim und München hellhörig werden zu lassen.
Die jäger: warum berlin und mannheim doch noch glauben
Die Eisbären wackelten monatelang. Verletzungspech, enges Kader, zwölf Auswärtsspiele in Folge – und trotzdem: Unter Serge Aubin haben sie noch nie eine Serie verloren. Das ist kein Trend, das ist ein Gesetz. Dazu die Adler: Defensiv die Liga-Könige, 138 Gegentore in 52 Spielen. Das ist kein System, das ist eine Mauer. Und München? Nach der Olympiapause das beste Team der Rückrunde. Die Tigers aus Straubing sogar noch besser. Beide haben Momentum. Momentum schlägt Tabelle, sagt das Play-off-Märchen.
Die Wild Wings aus Schwenningen? Der Außenseiter schlechthin. Erst das dritte Viertelfinale seit 2002. 1990 standen sie im Kampf um Bronze – und verloren gegen Köln. Geschichte wiederholt sich nicht, sie fordert Revanche. Joacim Eriksson im Tor ist dafür gut genug. Der Schwede kassierte im Schnitt nur 2,18 Tore pro Spiel. Das ist kein Keeper, das ist ein Sicherheitsgurt.

Die regel, die köln nervt
Spiel eins findet in der Köln-Arena nicht statt. Terminkollision mit Konzerten und Shows. Die Haie starten auswärts, weil die DEL sich mit dem Klub auf einen Sondermodus verständigte: Erst Spiel 3 und 4 zu Hause, dann – falls nötig – Spiel 6 und 7. Ein Deal, der den Heimvorteil auf die Spätphase verlagert. Die Fans protestieren leise, die Gegner jubeln laut. In der Play-off-Ökonomie kann eine Partie im fremnen Eis über alles entscheiden.
Modus ist klassisch: Best-of-seven, ab dem Viertelfinale. 60 Minuten reichen nicht, gibt es Overtime bis zum goldenen Tor. Rekord: 168 Minuten, 16 Sekunden – Köln gegen Mannheim, 2008. Die Akteure damals? Längst pensioniert. Die Marke lebt. Jede Verlängerung schreibt neue Mythen.

Die helden, die die scheibe bewegen
Janne Juvonen ist mehr als ein Torhüter. Der Finne landete im Oktober, riss Köln mit. 93,9 Prozent Fangquote, acht Shutouts. Spieler des Jahres – verdient. Vorne geben Patrick Russell und Gregor MacLeod den Takt an. 113 Punkte im Duo. Das ist keine Linie, das ist ein Orchester. Doch Torschützenkönig heißt Riley Barber. 32 Treffer für Ingolstadt. Liam Kirk lässt die Berliner Träume leben – ebenfalls 32 Tore. Play-offs sind Torhüter-Saison, aber ein heißer Sniper kann eine Serie in zwei Nächten kippen.
DF1 zeigt Top-Spiele frei empfänglich. MagentaSport streamt alles. Für Telekom-Kunden kostenlos, für alle anderen: 9,95 Euro im Monat. Preis der Leidenschaft? Geht gerade noch, wenn Köln am Ende endlich den Poki hebt. Die Uhr tickt, das Eis ist frisch gemascht. In 105 Jahren deutscher Meisterschaft war selten eine Saison so klar – und selten eine K.o.-Runde so offen.
