Köln zieht notbremse: kwasniok raus, wagner rein – und ein geisterspieler bleibt

Lukas Kwasniok ist Geschichte beim 1. FC Köln – aber nicht ganz. Der Klub stellte den 44-Jährigen am Sonntagabend frei, doch auf der Gehaltsliste tanzt er weiter. Warum? Sein Vertrag gilt nur für die Bundesliga. Fällt der FC, fällt auch Kwasniok. Bis dahin bleibt er ein teurer Zuschauer.

Die wagner-ära beginnt mit einem nebenmann aus berlin

Die wagner-ära beginnt mit einem nebenmann aus berlin

René Wagner übernimmt, das war klar. Der bisherige Co-Trainer kennt die Kabine, die Nöte, die Sprüche. Montag, 15:30 Uhr, erste Einheit. An seiner Seite: Armin Reutershahn, frisch aus der Hauptstadt, wo er bei Hertha BSC zuletzt die Zweitliga-Ruhe predigte. 30 Jahre Erfahrung stecken in seinem Rucksack – HSV, Frankfurt, Gladbach, Dortmund. Ein Mann fürs Feuer, nicht fürs Feuilleton.

Frank Kaspari, Kwasnioks Vertrauter aus Paderborn-Zeiten, musste ebenfalls gehen. „Ein Impuls“, sagt Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler. Der Begriff klingt nach Neuanfang, ist aber ein Euphemismus für Panik. Nach neun Monaten trennt sich Köln vom Retter, der eigentlich keine war: 20 Punkte aus 21 Spielen, Platz 16, Torverhältnis 22:42.

Der Verbleib Kwasnioks auf der Payroll ist ein Konstrukt aus Vertragsjura und Hoffnung. Der Coach kassiert weiter, schaut zu, wie andere seine Aufgabe erledigen. Ein Geisterspieler mit Dauerkarte. Die ironische Pointe: Sollte Wagner die Klasse halten, winkt Kwasniok die Abfindung. Sollte der FC abstürzen, war alles umsonst – und der Vertrag erlischt automatisch.

Reutershahn wird nicht reden, er wird arbeiten. Kein Neuanfang, eher eine Notoperation. Die Fans wollen keine Geschichten mehr hören, sie wollen Punkte. Die nächsten Gegner: Bochum, Augsburg, Mainz. Drei Endspiele im März, bevor die Lichter der Saison erlöschen. Wer dann noch die Daumen drückt, ist offen – vielleicht sogar Lukas Kwasniok, irgendwo zwischen Tribüne und Abrechnung.