Köln vor gladbach im sturm-chaos: el mala fällt krank aus

Sieben Tage nach dem Hoffenheim-Drama droht dem 1. FC Köln das nächste Beinbruchspiel. Said El Mala, zehn Treffer und vier Vorlagen in dieser Saison, konnte am Mittwoch krankheitsbedingt nicht trainieren – und das ausgerechnet vor dem Rhein-Duell gegen Borussia Mönchengladbach. Die Nachricht traf den Aufsteiger wie ein K. o.-Schlag.

Der sturm krankt – und mit ihm die hoffnung

Trainer Lukas Kwasniok hatte sich gerade wieder Hoffnung gemacht. Jan Thielmann und Denis Huseinbasic kehrten in das Mannschaftstraining zurück, nachdem sie Wochen mit Muskel- und Bänderproblemen verloren hatten. Doch die Erleichterung währte nur kurz. El Mala, der mit seinen Läufen zwischen den Linien zuletzt gegen Hamburg und Hoffenheim Punkte rettete, bliet im Fitnessraum. Die Diagnose: grippaler Infekt, Ausfallzeit offen.

Die Zahl spricht Bände: 40 % der Kölner Tore stammen aus den Füßen des 19-Jährigen. Ohne ihn schrumpft die Angriffsgegenwehr auf Mikroniveau. Kwasniok muss nun improvisieren – und das gegen ein Gladbach, das in den letzten fünf Partien vier Siege einfuhr.

Kaminski humpelt, kainz bangt, castro-montes fehlt

Kaminski humpelt, kainz bangt, castro-montes fehlt

Die Infektionsliste ist länger als die vorhandenen Sturmoptionen. Jakub Kaminski, zweitbester Schütze mit sechs Toren, absolvierte nur Laufarbeit, ein Schlag auf den Fuß macht ihn zum Fragezeichen. Florian Kainz, Kopf der linken Seite, laboriert an einem Sprunggelenk. Fynn Schenten, U21-Nationalstürmer, trottete ebenfalls solo-Runden. Drei potenzielle Starter, drei fragliche Kandidaten – 48 Stunden vor dem Anpfiff.

Dazu gesellen sich die Langzeitverletzten Timo Hübers (komplexe Knieverletung) und Luca Kilian (Kreuzbandriss) sowie Alessio Castro-Montes und Joel Schmied mit Muskelbündelrissen. Sebastian Sebulonsen fehlt wegen Gelb-Rot, Jahmai Simpson-Pusey wegen Platzverweis. Es ist die dünnbesetzte Breite eines Kaders, der schon jetzt auf der Kippe steht.

Sieg oder stimmungswende – das rhein-duell als schicksalsspiel

Sieg oder stimmungswende – das rhein-duell als schicksalsspiel

Zwei Siege, zwei Remis, sieben Niederlagen – das ist die 2024-Bilanz des FC. Die Fans fordern Antworten, der Vorstand druckst herum. Ein Punktgewinn gegen Gladbach würde die Abstiegszone zwar nicht verlassen, aber die Druckkochzeit senken. Eine Niederlage könnte die bislang harmlose Proteststimmung entfachen. Die Tribüne im Müngersdorfer Stadion ist berüchtigt dafür, dass sie ihre eigene Mannschaft in den Keller pfeift, wenn der erste Pass rückwärts rollt.

Kwasniok weiß: Wer in Köln gegen Gladbach verliert, muss sich nicht nur sportlich, sondern auch mental neu erfinden. Die Frage ist nur, mit wem? Ohne El Mala fehlt der Turbo, ohne Kaminski der Durchbruch, ohne Kainz die Standards. Die Lösung könnte in der Jugend liegen – oder in einem Systemwechsel, der das Mittelfeld zur Notelf macht.

Am Samstag um 15.30 Uhr steht Köln erneut am Abgrund. Diesmal nicht nur wegen der Tabelle, sondern wegen der eigenen Ausfallliste. Die Kirche im Dorf bleibt diesmal das Müngersdorfer Stadion – und die letzte Predigt könnte schon gegen Gladbach fallen.