Koeman kritisiert schiedsrichterentscheidungen: „barça wurde benachteiligt“
Ronald Koeman, der niederländische Nationaltrainer, hat im Rahmen der Präsentation der sechsten Auflage des „Koeman Cups“ ein deutliches Wort über die jüngsten Leistungen seines ehemaligen Vereins FC Barcelona gefunden. Besonders die Schiedsrichterentscheidungen im Champions-League-Ausscheiden gegen Atlético Madrid sorgten für Gesprächsstoff.
Die champions-league-niederlage und die rolle der schiedsrichter
„Es waren sehr gute Spiele auf höchstem Niveau“, begann Koeman seine Analyse. „Ich weiß nicht, ob das Endergebnis wirklich gerecht war. Wir hatten zwei Spiele, in denen Barça mit zehn Mann gespielt hat. Über die Schiedsrichter kann man viel diskutieren. Ich habe mir die zweite gelbe Karte von Camavinga angesehen – da darf man einen Schiedsrichter nicht in diese Situation bringen.“ Koeman betonte, dass die Entscheidung, Camavinga zu verwarnten, fragwürdig war, da die Aktion an sich nicht schwerwiegend gewesen sei.
Er führte weiter aus: „Wie bei Atlético, wo Barça mit einem Mann weniger besser war, kann man viel diskutieren. In einer 38-spieligen Saison war Barça das beste Team. Man muss Atlético und ihren Trainer beglückwünschen, denn sie arbeiten schon lange zusammen und haben einige Veränderungen vorgenommen. Atlético und Barça in Copa del Rey und Champions League zu eliminieren, ist eine große Leistung.“
„Camavinga hätte sich mehr ärgern sollen“, so Koeman bezüglich der Situation. „Als Trainer hätte ich mich mehr über den Spieler geärgert, aber auch über den Schiedsrichter, der in solchen Momenten Besonnenheit zeigen muss. Das Halten des Balls war ein Fehler von Camavinga, der dem Schiedsrichter die Entscheidung abgenommen hat.“

Die erwartungen an den fc barcelona und das spiel von hansi flick
Koeman sprach auch über die hohen Erwartungen an den FC Barcelona. „Ein Verein wie Barça, mit dem Kader und den Jahren mit Messi, ist es ungewöhnlich, keine Titel zu gewinnen. Heutzutage ist es schwierig, eine Meisterschaft zu gewinnen, geschweige denn die Champions League. Die Ausscheidungsturniere machen das Risiko, nicht zu gewinnen, größer.“
Bezüglich des Spielstils von Hansi Flick meinte Koeman: „Mit diesem Stil kann man durchaus Meister werden. Allerdings ist es in entscheidenden Momenten riskant, eine sehr hohe Defensive zu spielen, aber gleichzeitig einen effektiven Druck auf den Gegner auszuüben. Es ist ein schönes System, ein Vergnügen anzusehen, aber defensiv ist es gefährlich, wenn man den Spieler, der den Ball hat, nicht unter Druck setzt.“
Er relativierte die Kritik am Schiedsrichter: „Ich finde es ein bisschen übertrieben, die Schiedsrichter allein für diese Spiele verantwortlich zu machen. Bei beiden Platzverweisen könnte es durchaus rote Karten geben, da es sich um den letzten Mann handelte. Der nicht gegebene Elfmeter ist eine andere Sache. Es ist übertrieben. Als Trainer im Barça-Team dachte man natürlich auch darüber nach, warum man keine Elfmeter bekommt – aber aus der Distanz betrachtet ist es überzogen.“

Lob für lamine yamal und verständnis für frenkie de jong
Koeman zeigte sich beeindruckt von Lamine Yamal: „Er ist ein großartiger Spieler und wird in den nächsten Jahren wichtig sein. Er wird Spiele entscheiden können. Es ist normal, dass er die Verantwortung übernimmt, weil er sich wichtig fühlt. In zwei Jahren kann er noch ein noch größerer Leader sein.“
Er äußerte zudem Verständnis für Frenkie de Jong: „Es ist nicht fair. Wenn Frenkie spielt, liefert er immer ab. Letztes Mal kam er nur zehn Minuten und musste das Spiel noch drehen, das ist schwierig. Er ist ein wichtiger Baustein. Wir haben mit ihm die besten Möglichkeiten, etwas Großes zu erreichen. Er ist der niederländische Spieler, der das meiste Spiele für Barça absolviert hat. Ich habe ihm gratuliert. Wenn er fit ist, ist er sehr wichtig für Barça. Ich verstehe nicht, warum es so viel Kritik an ihm gibt.“
Die Obsession der Fans mit der Champions League ist für Koeman weiterhin ein Thema. „Barça ist immer noch ein großer Verein in der Welt. Für einen Spieler ist es am besten, eine nationale Meisterschaft zu gewinnen. Ein Champions-League-Titel ist aber auch sehr wichtig, vor allem wegen des Geldes. Für englische, italienische und spanische Vereine ist die Teilnahme an der Champions League jedes Jahr wichtiger als der Gewinn der Liga. Das heißt, dass man über einen längeren Zeitraum besser war. Ich verstehe aber auch, dass die Champions League das Größte ist. Die jungen Spieler sind stark und lernen viel.“
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