Knorr stapelt nach ägypten-prügel: „pferdekuss trifft genau den falschen punkt“
Juri Knorr flog raus, kam rein, flog wieder raus – und lachte trotzdem. Deutschlands Spielmacher-Motor schepperte beim 34:29 gegen Ägypten nach nur 180 Sekunden gegen die harte Bank, blieb aber gelassen. Kein Kreuzbandriss, keine Muskelfaser, nur ein fieser Pferdekuss oberhalb des Knies, der ihn kurz stoppte und länger ärgerte.
Der 25-Jährige hatte vor neun Monaten noch an derselben Stelle problemlos die ganze WM durchgesteuert. Jetzt saß er hinter der Auswechselbank, massierte sich das Bein und beobachtete, wie Julian Köster seine Vorlagen übernahm. „Ich wollte die Jungs nicht hängen lassen“, sagte Knorr nach dem Abpfiff, „aber das Knie war wie ein Bremsklotz.“

Der zweite versuch dauerte nur drei minuten
Nach der Pause lief er wieder ein, erzielte prompt ein Tor, dann ging das Licht erneut aus. „Man hat gesehen, dass ich nicht richtig abdrücken konnte“, erklärte der Rhein-Neckar-Linksaußen. Bundestrainer Alfred Gislason versuchte schon während der Partie, die Lage herunterzuspielen: „Es ist nur ein Hämatom, nichts Strukturelles.“ Dennoch ließ er seinen Regisseur auf der Bank, um kein Risiko einzugehen.
Die Statistik trotzdem: drei Treffer aus drei Würfen, 100 % Quote – ein Lehrbuchwert, der aber nichts über die Schmerzen hinter der Zahl sagt. Knorr selbst schätzt seine Chancen für das nächste Testspiel gegen Frankreich am Donnerstag auf „sehr gut“ ein. „Ein paar Tage Eis, dann bin ich wieder voll dabei“, verspricht er und schwingt schon den Rucksack Richtung Kabine.
Deutschland gewann auch ohne ihn, doch die Botschaft ist klar: Ohne Knorr läuft der Motor der DHB-Offensive im Leerlauf. Das Team braucht ihn fit – und er selbst braucht vor allem eins: Zeit. Die hat er, denn die WM in Kroatien beginnt erst in acht Wochen. Bis dahin sollte der Pferdekuss nur noch eine Fußnote sein.
