Deutschland ringt ägypten nieder – bremen erlebt handball-thriller mit schluroff-show

34:33 – die Zahlen leuchten lange nach Abpfiff über dem Parkett der Bremer Stadthalle, als hätten sie sich eingebrannt. Deutschland bezwingt den Afrika-Meister im zweiten Testspiel knapp, aber verdient. Und wieder ist es ein Bremer, der die Herzen erobert: Miro Schluroff jagt vier Bälle ins Netz, jeden mit dem Impuls eines Mannes, der seine Heimat brennen sehen will.

Der erste durchgang glüht – 19:13 zur pause

Juri Knorr trifft nach 17 Sekunden. Danach wirft jeder Deutsche wie im Rausch: Häeler, Golla, Pekeler – und immer wieder Schluroff, der mit links abzieht, als hätte er die Latte ausgemessen. Ägypten rennt, rennt, rennt, bleibt aber stets zwei Schritte hinten. Die ägyptische Bank schreit sich heiser, doch David Späth im deutschen Kasten streckt sich einmal mehr, als wäre Gummi in seinen Gelenken. 19:13 – die Halle tobt, das Bier riecht nach Sieg.

Nach der Pause platzt die Seifenblase. Die DHB-Auswahl verliert den Zugriff, spielt zu schnell, zu quer, zu nervös. Die Pharaonen kriegen die Lücken, nutzen jeden Ballverlust, zwacken sich auf 28:28 heran. Eine Ehre, die sie sich erkämpft haben – und fast bezahlt Deutschland drauf.

Späth rettet die weste, schluroff den tag

Späth rettet die weste, schluroff den tag

Die letzten 120 Sekunden sind purer Stress. Uscins trifft die Latte, Späth pariert einen Siebenmeter, und als der Schiri pfeift, liegt Schluroff auf dem Boden, das Trikot über dem Kopf, die Halle kocht. 34:33 – mehr war nicht drin, aber genug, um die Vorfreude auf die Heim-WM anzufeuern. Drei Tage nach dem 41:38 in Dortmund beweist das Team von Alfred Gislason: Es kann wackeln, aber es fällt nicht.

Die Bilanz: zwei Spiele, zwei Siege, ein Schluroff, der in Bremen endlich zu Hause ist. Wer jetzt noch fragt, ob die WM 2027 auch ein Stückchen Weser-Stadt werden kann, hat das Spiel nicht gesehen. Die Antwort liegt im Netz – und zittert noch immer nach.