Knicks jagen den mythos: 29-punkte-wahnsinn bringt titel nur noch einen buzz-shot entfernt

Madison Square Garden bebt noch immer. Die New York Knicks stemmten sich in Spiel vier der Finals gegen die San Antonio Spurs aus einem 29-Punkte-Grab und schaufelten sich mit 107:106 zum 3:1-Serien-Vorsprung – dem ersten Matchball seit 1973.

Eine halbzeit, die in die geschichtsbücher hätte gehören können

76:49 hieß es nach 24 Minuten. Victor Wembanyama traf von der Mittellinie, Devin Vassell lief die Fastbreaks endlos und die Spurs zerhackten die Knicks-Defense wie einen Holzstoß. Die Garden-Menge schwieg, selbst Spike Lee kaute nervös auf seinem Hut. 27 Punkte Rückstand – nur drei Mal war ein größeres Halbzeitdefizit in Finals verzeichnet worden. Das dritte Viertel wurde zur Klagemauer.

Dann trat Jalen Brunson aufs Parkett und schaltete den Turbo. 36 Punkte, 12 davon im letzten Viertel, dazu sieben Assists und ein Steal gegen Wembanyama, der die Franzosen-Fans verstummen ließ. OG Anunoby war sein Echo: 33 Punkte, 5/8 aus dem Corner-Three, und schließlich das Tip-In 1, Sekunde vor der Sirene. Eine Aktion, die MSG zum Durchdrehen brachte.

Wembanyamas zweiter frust-tag in folge

Wembanyamas zweiter frust-tag in folge

Der 22-Jährige lieferte 24 Punkte, 13 Boards und drei Blocks ab, aber seine Freiwürfe 38 Sekunden vor Schluss prallten beide an den Ring. Die Spurs verpassten damit die Vorentscheidung und gaben die Führung erstmals in dieser Partie ab. Die französische Supernova wirkte plötzlich menschlich – und das in der Phase, in der man ihn als Roboter betitelte.

Deutscher neuling sammelt erste final-minuten

Für Ariel Hukporti war es trotzdem ein Abend zum Einfrieren: Der 22-jährige Stralsunder wurde als sechster Deutscher in Finals eingewechselt, spielte 3:27 Minuten und erlebte direkt den Knicks-Ansturm. Kein Punkt, aber ein Offensiv-Rebound und ein hartes Foul an Wembanyama – genug, um sich den Respekt der Bank zu sichern. Nach Dirk Nowitzki und Isaiah Hartenstein könnte er der dutsche Champion werden – wenn New York am Samstag in San Antonio liefert.

Spiel fünf startet um 2.30 Uhr MESZ, Prime Video überträgt. Die Spurs müssen gewinnen, sonst wird der Larry O’Brien-Trophy erstmals seit 1973 wieder der Weg nach Manhattan geebnet. Die Stadt schläft nicht – und der Mythos wächst jede Sekunde.