Knicks ehren trump: traditionstreuer oder politisches statement?

New York, – Ein ungewöhnlicher Besuch steht bevor: Die New York Knicks, frisch gekrönt als NBA-Champion, werden als erstes Team seit Jahrzehnten die Weißen Haus beehren. Einladung spendierte Präsident Donald Trump, ein bekannter Fan der Knicks – und eine Geste, die in der liberalen Metropole für Aufsehen sorgt.

Die lange tradition der meisterbesuche im oval office

Die lange tradition der meisterbesuche im oval office

Die Tradition, dass der NBA-Champion das Weiße Haus besucht, reicht bis ins Jahr 1963 zurück, als die Boston Celtics von John F. Kennedy empfangen wurden. Damals war es eine reine Ehre, ein Zeichen der Anerkennung für sportliche Leistungen. Doch die Geschichte dieser Besuche ist alles andere als geradlinig. Während die Milwaukee Bucks 2021 unter Joe Biden und die Denver Nuggets 2023 wieder die Tradition pflegten, entschieden sich die Golden State Warriors 2018 – unter Trumps erstem Mandat und nach heftigem Protest ihrer Spieler, angeführt von Stephen Curry – gegen einen Besuch. Auch die Toronto Raptors 2019 und die Los Angeles Lakers 2020 zögerten.

Ein politisches Signal? Die Entscheidung der Knicks, Trumps Einladung anzunehmen, ist angesichts der politischen Kluft zwischen dem Präsidenten und der Stadt New York, wo Bürgermeister Eric Adams eine deutlich andere Meinung vertritt, besonders bemerkenswert. James Dolan, Eigentümer des Madison Square Garden, der Knicks und MSG Networks, betonte zwar, dass die Details noch zu klären seien, bestätigte aber die Reise. Dolan, dessen Vater Charles Cablevision gründete und eine langjährige Freundschaft mit Trump pflegt, scheint die Gelegenheit zu nutzen, alte Bande zu pflegen und gleichzeitig die Tradition zu wahren.

Die Geschichte des Weißen Hauses und der NBA ist reich an Anekdoten. Bill Russell, legendärer Spieler der Celtics, soll einst während eines solchen Besuchs eingeschlafen, um dem Präsidenten nicht begegnen zu müssen. Diese kleinen Geschichten unterstreichen die Bedeutung dieser Treffen, die weit über die reine sportliche Anerkennung hinausgehen.

Dabei ist es ironisch: Während Trump während seiner ersten Amtszeit die Meisterteams vor sich hertrieb, um sie für seine politischen Zwecke zu instrumentalisieren, scheinen die Knicks nun bewusst die Brücke zu bauen. Die Frage ist, ob dies eine Geste der Traditionstreue oder ein kalkuliertes politisches Statement ist. Unabhängig davon wird der Besuch der Knicks im Weißen Haus sicherlich für Gesprächsstoff sorgen und die ohnehin schon polarisierte politische Landschaft Amerikas weiter beleuchten.

Die Entscheidung der Thunder, Trumps Einladung abzulehnen, aufgrund von Terminkonflikten, wirkt in diesem Zusammenhang fast wie eine Absage an das politische Spiel. Die Knicks hingegen haben die Chance, die Tradition zu ehren und gleichzeitig eine Botschaft der Einheit zu senden – oder zumindest den Anschein davon zu erwecken. Die NBA und ihre Stars stehen einmal mehr im Kreuzfeuer der politischen Auseinandersetzungen.