Klopps zorn bei deutschland-spiel: undav muss sich mehr zeigen!

Die Halbzeitpause im WM-Sechzehntelfinale zwischen Deutschland und Paraguay wurde zur Aufregungseinheit – und das dank Jürgen Klopp. Der ehemalige Liverpool-Coach ließ seiner Frustration freien Lauf und nahm vor allem Stürmer Deniz Undav ins Visier. Ein deutliches Signal an den DFB-Stürmer und ein Weckruf für das gesamte Team.

Die taktische idee scheitert am mangelnden anspiel

Die taktische idee scheitert am mangelnden anspiel

Klopp analysierte die bisherige Leistung der deutschen Offensive scharf. „Wir haben gerade über Undav und Havertz gesprochen und fanden, es ist eine ganz gute Idee, zwei Zielspieler im Strafraum zu haben. Aber die werden gar nicht angespielt. Also schaffen sie sich auch gegenseitig keine Räume“, erklärte der Experte bei MagentaTV. Die eigentlich vielversprechende taktische Ausrichtung, zwei große Stürmer im Zentrum zu positionieren, scheiterte an der fehlenden Versorgung durch das Mittelfeld. Das Ergebnis: Chancenlosigkeit und Frustration im deutschen Angriffsspiel.

Klopps harsche Kritik an Undavs Körperhaltung betrifft jedoch mehr als nur die taktische Ausrichtung. „Wir müssen die Dinge auch ansprechen, wie wir sie sehen. Ich finde, ein Deniz Undav kann sich auch ein bisschen mehr um den Ball bemühen. Wenn ich dich angucke und du zeigst mir nicht mit deinem Auge, dass du den Ball willst, dann kriegst du ihn auch nicht. Fertig.“ Diese Worte treffen den Nagel auf den Kopf: Es geht nicht nur um Können, sondern auch um die Bereitschaft, aktiv am Spiel teilzunehmen und den eigenen Wert zu demonstrieren.

Der ehemalige Liverpool-Coach forderte zudem mehr Körperlichkeit. „Der DFB-Stürmer solle sich körperbetonter durchsetzen, den Ball behaupten – und so die gefährlichen Räume im Strafraum bespielen.“ Die deutsche Offensive wirkte zu oft zu passiv und ließ zu viele Bälle einfach durch. Ein aggressiveres Anspiel und eine stärkere Präsenz im Zweikampf sind dringend erforderlich, um die gegnerische Abwehr zu knacken.

Besonders bitter empfand Klopp auch die fehlenden Freistöße in Tornähe. „Wir haben in den torgefährlichen Räumen keine Freistöße. Keine Freistöße. Das ist verrückt bei dem Ballbesitz, den wir haben.“ Die mangelnde Effizienz im Abschluss und die Unfähigkeit, Standardsituationen zu nutzen, kosten Deutschland wertvolle Chancen und Punkte. Die Spieler müssen lernen, Fouls zu ziehen und den Gegner zu Fehlern zu zwingen.

Klopps Ausbruch ist ein deutliches Signal an den DFB und die deutschen Spieler. Es ist Zeit, die eigene Leistung zu hinterfragen und sich aktiv zu verbessern. Sonst warnt der Experte, droht eine bittere Überraschung im weiteren Turnierverlauf.