Kimpembe: vom pariser ausnahmetalent zum ligaverband in katar
Presnel Kimpembe, einst gefeiert als das Paradebeispiel für die erfolgreiche Jugendarbeit von Paris Saint-Germain, spielt nun in der katarischen Liga. Nach zwei Jahrzehnten im französischen Fußball hat der Innenverteidiger eine überraschende neue Herausforderung angenommen – ein Kapitel, das viele Fragen aufwirft.
Ein aufstieg, der in die geschichte einging
Seine Karriere begann Kimpembe im zarten Alter von acht Jahren bei PSG. Durch die verschiedenen Jugendmannschaften stieg er stetig auf, bis er im Oktober 2014 unter Laurent Blanc sein Debüt in der Profimannschaft gab. Es folgte eine Ära voller Triumphe: Achtmalige französische Meistertitel, sechsmaliger Pokalsieger, viermal Ligapokalsieger und dreimal Superpokalsieger schmücken seine Bilanz. Der Höhepunkt kam 2020, als PSG unter Thomas Tuchel endlich den ersten Champions-League-Titel der Vereinsgeschichte gewann – ein 5:0-Erfolg gegen Inter Mailand, der die Pariser Fußballwelt in Ekstase versetzte.
Doch Kimpembe war nicht nur im Verein erfolgreich. Bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland war er ein wichtiger Bestandteil der französischen Nationalmannschaft, die im Finale Kroatien mit 4:2 besiegte und den Titel holte. Auch der Gewinn der Nations League 2021 gegen Spanien (2:1) ist ein weiterer Meilenstein in seiner Karriere.

Verletzungen bremsten den sternenaufstieg
Trotz seiner Erfolge wurde Kimpembe in seiner Zeit bei PSG immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen. Besonders eine langwierige Achillessehnenverletzung, die ihn fast zwei Jahre lang außer Gefecht setzte, kostete ihn wertvolle Einsatzzeiten und beeinträchtigte seinen Stammplatz in der Mannschaft. Unter dem neuen Trainer Luis Enrique in der letzten Saison war er nur noch selten gefragt und spielte meist eine untergeordnete Rolle.
Die Entscheidung für Qatar SC kam daher wenig überraschend. Nach 241 Einsätzen für PSG, die allerdings durch die Verletzungen und die Konkurrenz im Team etwas gedämpft wurden, wechselte Kimpembe im Sommer 2024 in die erste katarische Liga. Bisher bestritt er elf Pflichtspiele für seinen neuen Verein – neun in der Liga und zwei im „Qatar Stars League“-Cup. Ob er dort seine Form wiederfinden und zu alter Stärke zurückkehren kann, bleibt abzuwarten.
Die Umstellung auf eine neue Liga, eine neue Kultur und ein neues Umfeld ist sicherlich nicht einfach. Aber Kimpembe ist ein Kämpfer, der schon mehrfach bewiesen hat, dass er sich immer wieder zurückkämpfen kann. Sein Weg von Paris nach Katar ist ein Beispiel dafür, dass im Fußball nichts für immer gilt und dass neue Kapitel immer möglich sind. Die Frage ist, ob er in Katar die Chance bekommt, seine Klasse unter Beweis zu stellen und seine Karriere neu zu beleben. Die ersten elf Spiele zeigen, dass er sich bemüht, aber die Liga ist neu für ihn und die Konkurrenz ist groß.
