Kimmich und olise entkommen dem uefa-pranger – das rückspiel ist trotzdem vertan
Keine Nachspielzeit für die Gelb-Spekulanten: Joshua Kimmich und Michael Olise müssen zwar am Mittwoch gegen Atalanta zuschauen, dafür aber ist die Champions-League-Knockout-Phase weiterhin ohne Zusatzsperre möglich. Die UEFA-Disziplinarkommission wird laut SID-Informationen nicht ermitteln – ein Segen, der den Bayern dennoch den Schmunzeln verdirbt.
Die szene, die alle reden macht
90. Minute in Bergamo, Bayern führt 6:1, der Gruppensieg ist längst gelaufen. Kimmich lässt sich nach einem Einwurf Sekunden brach liegen, Olise zieht den Sockel nach – Gelb, Nummer drei, erledigt. Für die Medienrunde danach lautet die Frage: Kalkuliert? Kimmichs Antwort: „Unsinn.“ Er habe nur den Spielrhythmus treten wollen. Klingt ehrlich, sieht aber nach perfektem Timing aus.
Darum geht es aber nicht mehr. Entscheidend ist: Wer jetzt den Vorwurf des unsportlichen Verhaltens erwartet, wird nicht bedient. Die UEFA sieht keinen Anlass, das Regelwerk zu strapazieren – drei Gelbe bedingen eben genau eine Partie Pause, mehr nicht. Die Münchener Verantwortlichen atmen auf, denn eine Viertelfinal-Sperre hätte gegen Real Madrid oder Manchester City wehgetan wie ein Muskelbündelriss.

Kompany rotiert – leverkusen kommt zur rechten zeit
Samstag, 15.30 Uhr, BayArena: Kimmich und Olise sind sofort wieder dabei. Vincent Kompany kann schalten, ohne zu kneifen. Harry Kane soll seine Adduktoren testen, Luis Diaz darf nach 180 intensiven Minuten durchatmen. Die Leverkusen-Partie wird so zur Blaupause für das Achtelfinal-Rückspiel: viel Ball, wenig Risiko, Topfitsein gewährleistet.
Und weiter? Wer die Bayern in den vergangenen Tagen trainieren sah, merkt: Das Duo im Mittelfeld fehlt zwar gegen Bergamo, aber die Staffel ist breit genug. Konrad Laimer sprintet wie ein Boxer auf Sparring, Aleksandar Pavlović spielt bereits mit der Coolness eines Bankangestellten. Die Kabine versteht die Message: Disziplin lohnt sich, Spielverzögerung nur mit Maß und Ziel.
Die Moral von der Geschichte: Gelbe Karten kann man sich in der Königsklasse nicht aussuchen, nur den Moment, in dem sie fallen. Kimmich und Olise haben diesen Moment genutzt – und trotzdem die nächste Runde im Visier. Wenn sie am 9. April wieder auflaufen, werden sie nicht gefragt haben, warum sie damals in Bergamo lachten. Dann zählt nur noch, ob sie Madrid oder City laufen lassen.
