Kilian jornet kehrt zurück – vier kracher, kein schnickschnack
Kilian Jornet hat die Startliste 2025 aufgerissen, und sie knallt: Zegama, Western States, Sierre-Zinal, UTMB – alles dabei, nichts drumherum. Nach Jahren voller Solo-Bergprojekte greift der Katalane jetzt wieder nach Startnummern statt nach Rekordlisten.
Die Entscheidung fiel auf Mallorca, wo er mit seinem Ausrüster NNormal trainiert und gleichzeitig die Cursa Tomir bestreitet. „Ich war nie wirklich weg“, sagt er im Gespräch mit Radio MARCA, „aber 2025 reduziere ich auf das, was mich wachmacht: Wettkampf, nicht Media-Hype.“
Vier rennen, ein fokus: hitze, sturz und vaterschaft
Western States bleibt sein Schreckgespenst. 100 Meilen Glut, Staub, keine 1000-Höhenmeter-Passage – ein Anti-Jornet-Kurs. „Letztes Jahr habe ich gelernt, wie ich Hitze in die Beine leite und Abfahrten nicht verspiele“, sagt er. Die Niederlage gegen Walmsley 2024 hat ihn nicht geärgert, sondern datenbegierig gemacht. „Kleinigkeiten, aber eben jene, die über Stunden summieren.“
Dass er überhaupt so nüchtern rechnet, hängt mit Tochter Alba und Sohn Everest zusammen. „Logistik wird zum Luxus, wenn du morgens Brei statt Gletscher siehst.“ Weniger Exped, mehr Familie – das bedeutet: vier Rennen, kein einziges Nebenprojekt.

Coaching statt konkurrenzdenken
Nebenbei steckt Jornet Zeit in Oriol Cardona. Co-Trainer nennt er sich nicht, „ich bin Teil eines Teams“. Drei Jahre lang half er dem Andorraner auf Weltcup-Podest – ein Nebenjob, der ihm selbst neue Sichten auf Trainingslast und Regeneration liefert. „Wenn du jemanden auf 160 Schläge pusht, merkst du, wie gut deine eigenen 140 noch sind.“
Die Konkurrenz um den Thron kümmert ihn wenig. Jim Walmsley? „Cooler Typ, schnelle Füße. Aber ich laufe nicht gegen einen Namen, ich laufe gegen die Strecke.“ Auch UTMB-Star Matthieu Blanchard könnte ihm 2025 wieder im Nacken sitzen – „egal, solange die Uhr tickt“.

Die berg-mission bleibt, der ehrgeiz auch
2026, 2027? Jornet zuckt nur die Schultern. „Solang die Knie quietschen wie frisch geschmiert, bleibe ich am Start.“ Seine Töchter sollen später selbst entscheiden, „ob sie Berge besteigen oder nur an ihnen vorbeilaufen“. Er selbst will sie nicht zu Rekorden erziehen, sondern zu Gipfeln ohne Deadline.
Mit 37 hat er keine Lust auf Abschiedstournee. Statistiken? „Schmeiß sie in den Müll.“ Die einzige Zahl, die zählt, steht am 28. Juni in Squaw Valley auf der Uhr – und sie beginnt bei 00:00:00.
