Kiel zertrümmert flensburg im prestige-nordderby – viertelfinal-ticket fix
Der THW Kiel hat das Nordderby in der European League mit 36:29 geknackt. Die Sieben-Tore-Lead war ein Statement – und ein Warnschuss für Samstag, wenn beide Teams in der Bundesliga erneut aufeinanderprallen.
Flensburg entzaubert: imre trifft sieben mal ins mark
Kiels Ungar Bence Imre schlüpfte in der 38. Minute in den Fokus, als er per Sprungwurf die 20:16-Führung erzielte. Von da an lief nichts mehr zusammen beim amtierenden Pokalsieger. Flensburgs Kreisläufer Johannes Golla verlor drei Ballgewinne in Folge, die Kieler Umschaltmomente wuchsen. Der 18:15-Halbzeitvorsprung wurde zur 28:20-Dominanz, weil Kiels 3-2-1-Deckung die Tempogegenstöße komplett abdrehte.
Das Spiel hatte vor Anpfiff nur statistischen Charakter – beide Teams standen als Gruppenerster und -zweiter bereits fest. Doch wer die Körpersprache auf dem Parkett studierte, sah: Für Filip Jícha war dieses Duell ein Testlauf für den K.O.-Modus. Der Coach schonte zwar Niclas Ekberg, schickte aber Sander Sagosen auf die Platte, um Rhythmus zu tanken. Sagosen lieferte fünf Treffer plus drei Vorlagen und stellte spätestens beim 32:26 seinen Heilpraktiker zufrieden.

Hannover trotz niederlage im viertelfinale – melsungen muss zittern
Während TSV Hannover-Burgdorf trotz eines 23:26 in Nasice als Gruppensieger durchmarschiert, droht MT Melsungen der Pokal-GAU. Die Hessen verloren daheim gegen Vardar Skopje 25:34 und rutschen auf Rang drei. Die Folge: Playoff-Duell gegen einen Unbekannten, terminiert für 31. März und 7. April. Wer dort durchrasselt, trifft im Viertelfinale auf Kiel oder Hannover – ein deutsches Duell wäre garantiert.
Die Kieler können sich dagegen bis Ende April ausruhen. Das Final Four in der Hamburger Barclays Arena am 30. und 31. Mai ist bereits eingeplant. Flensburg muss eine Runde früher ran, doch das tut der Moral keinen Abbruch. Sportchef Dirk Nowitzki betonte nach dem Schlusspfiff: „Wir wollten hier nichts überstürzen. Samstag in der Liga zählt der nächste Dreier.“
Kiels Sieg war mehr als ein Schaulaufen – er war ein Statement an den Rest Europas. Die Tore fielen zwar nach Lust und Laune, doch hinten war die Abwehr kompakt wie ein Betonklotz. Flensburg schaffte keinen freien Wurf aus der zweiten Welle, weil Pavel Atman die Halbraum-Zuordnung perfekt zog. Die Zahlen sprechen für sich: 57 % Fangquote, 14 Ballgewinne, nur drei Gegenstöße zugelassen.
Wenn sich die beiden Teams am Samstag um 20 Uhr in der Sparkassen-Arena erneut gegenüberstehen, wird die Lautstärke noch einmal steigen. Dann zählt kein Gruppenplatz, sondern Punkte im Abstiegs- und Meisterschaftsrennen. Flensburg will Revanche, Kiel will den Schwung mitnehmen. Die Anstoß-Sirene wird zeigen, ob das 36:29 ein Vorgeschmack oder ein Ausrutscher war.
