Kiel rudert zurück: breitner stützt umstrittenen rebbe trotz abstiegskampf
Statt Kopf jagen, setzt der KSV Holstein auf Olaf Rebbe. Trotz Tabellen-Vorletzung und drohendem Doppelabstieg stellt Aufsichtsratschef Andreas Breitner den umstrittenen Geschäftsführer offiziell unter Schutz – und schickt damit ein Signal in Kabine, Fans und Liga.
„Kein sündenbock“ – breitner verteidigt rebbe schon am zweiten amtsag
Der neue Kontrollgremium-Chef, seit 1. Juli 2025 im Amt, hatte kaum Zeit, sich einzuarbeiten. Da musste er schon Farbe bekennen: „Wir suchen keine Schuldigen, sondern Lösungen“, sagt Breitner den Kieler Nachrichten. Rebbe sei „ein ganz wichtiges Rad im Getriebe“. Intern habe ihm niemand die Kompetenz streitig gemacht.
Die Aussage klingt wie ein Seitenhieb auf jene Medienberichte, die zuletzt Marcel Rapps Rauswurf Ende Februar als Fehlentscheidung werteten. Seit dem Trainerwechsel holten die Störche nur einen Zähler aus drei Partien. Der Rückstand auf den sicheren Tabellenplatz wächst, die Uhr tickt.

Zeitplan eng: nur noch acht spiele bis zur entscheidung
Am Sonntag geht’s nach Bochum. Der Absteiger steht auf Rang neun, Kiel auf 17. Ein Sieg würde die Lücke auf drei Punkte verkürzen – bei einem Spiel weniger. „Mit einem Hauch mehr Spielglück werden wir auch wieder gewinnen“, prophezeit Breitner. Doch der Satz hat einen Beigeschmack: Glück war zuletzt kaum messbar, eher mangelnde Chancenverwertung und individuelle Patzer.
Tim Walter verspricht zwar ballbesitzorientieren Fußball, doch die Punkte bleiben aus. Die Mannschaft wirkt ideenreich, aber lethargisch im Strafraum. Genau dort wird sich zeigen, ob der Coachwechel langfristig fruchtet oder als Panikreaktion in die Geschichte eingeht.

Machtwort mit hintergrund: breitner will richtung vorgeben
Der ehemalige schleswig-holsteinische Innenminister ist kein Mann für Halbmaße. Sein öffentlicher Rückhalt für Rebbe verhindert interne Grabenkämpfe – zumindest kurzfristig. Gleichzeitig erhöht er den Druck: „Jetzt müssen alleliefern.“ Wer nicht liefert, fliegt – möglicherweise auch der Geschäftsführer, sollte der Klassenerhalt trotzdem scheitern.
Die KSV-Fans sind gespalten. Die einen fordern Geduld, weil der Kader trotz Bundesliga-Abstieg jung und veränderbar wirkt. Die anderen wittern nach dem Pokal-Aus und der desolaten Liga-Bilanz den nächsten Tiefpunkt. Das nächste Wochenende wird zeigen, ob Breitners Kalkül aufgeht oder die Revoluzzer doch das Wort ergreifen.
