Keidi bare schwört den klassenerhalt herbei – und fordert seine mitspieler heraus

„Ich glaube nicht, ich weiß: Real Zaragoza bleibt in der Liga.“ Mit diesem Satz schmettert Keidi Bare jede Zweifel weg, die sich noch in den Köpfen der Blanquilla-Fans festgebissen hatten. Der albanische Mittelfeldspieler sprach am Donnerstag so klar, dass selbst die letzten Skeptiker im Pressesaal im Estadio de la Romareda aufblickten. Doch Bare ließ keinen Raum für Fragen: „Das sind keine Wünsche, das ist mein täglicher Gedanke.“

Die worte sind gesagt – jetzt muss das team sie wahr machen

Der 26-Jährige stellt klar: Fromme Gebete reichen nicht. „Wir müssen aus der Phrase ein Faktum machen – und das passiert nur auf dem Rasen.“ Am Sonntag kommt mit Racing Santander der Tabellenführer nach Aragón. Für Bare ist das kein Gegner, sondern ein Endspiel. „Wir brauchen eine geschlossene Mannschaft, eine geschlossene Kurve, eine geschlossene Stadt.“ Denn wer die letzten elf Spieltage anschaut, erkennt: Der Abstiegsstrudel zieht weiter, schneller, gnadenloser.

Die Rechnung des Mittelfeldstrategen ist simpel. Elf Partien, elf Finals, elf Mal Herz gegen Angst. Bare hat in seiner Karriere schon für Espanyol, für Rayo, für Leganés gearbeitet – „aber diese Verbindung zwischen Tribüne und Elf, die habe ich nirgends gespürt“. Nach dem 2:0 gegen Almería vor zwei Wochen flog der Jubel nicht nur über das Spielfeld, er zog sich durch die Gänge, die Kneipen, die Kinderfahrräder vor dem Stadion. „Wenn wir diese Energie nicht nutzen, sind wir selbst schuld“, sagt Bare.

Trainerwechsel bringt neue schlagfrequenz ins spiel

Trainerwechsel bringt neue schlagfrequenz ins spiel

Seit David Navarro das Zepter übernahm, trainiert Zaragoza mit erhöhter Pulsfrequenz. „Er kam mit Vollgas, mit einer Geradheit, die ansteckt“, beschreibt Bare den Coach, der vorher die U-23 der Blanquilla formierte. Die Spieler glauben wieder an die Anweisungen – „und das ist im Abstiegskampf halbe Miete“. Navarros erste Maßnahme: Laufwege verkürzen, Zweikampfquote erhöhen, Emotionen kanalisieren. Ergebnis: sieben Punkte aus den letzten vier Spielen, erste Clean Sheets seit Dezember.

Für Bare persönlich ist die Schonung ein Thema. Nach zwei verletzungsgeplagten Jahren will er endlich durchhalten. „Ohne Blessuren bin ich ein anderer Spieler“, gibt er offen zu. Die Konkurrenz im Mittelfeld wächst – Yamiq, Iván Calero, Bernard kehren zurück – doch Bare feuert statt zu klagen: „Es ist egal, wer spielt. Das Trikot ist größer als jeder Name.“

Racing santander hat die meisten tore – zaragoza die größte not

Racing santander hat die meisten tore – zaragoza die größte not

Der Gegner ist kein Zufallsprodukt. Racing Santander führt die Liga mit 55 Treffern an, hat mit Juan Carlos Arana (14 Tore) und Saúl García (11 Vorlagen) zwei Spieler in der Bestenliste. Bare nimmt die Zahlen zur Kenntnis, schlägt sie aber nicht groß. „Wir müssen kein großes Spiel machen, wir müssen ein ehrliches Spiel machen.“ Pressing auf die Doppel-Sechs, schnelles Umschaltmoment, Ruhe vor dem eigenen Strafraum – das Rezept steht. „Wenn wir zusammenstehen, kann Santanders Angriffsmaschine stocken.“

Die Liga blickt auf Sonntag, 18.30 Uhr. Der Verband hat das Spiel zeitversetzt, weil die TV-Quoten in der Krisenregion obenauf liegen. Das weiß Bare. „Die Kameras sind willkommen, aber sie filmen kein Einzelporträt, sie filmen ein Kollektiv.“ Seine letzte Botschaft geht an die 30.000 in der Romareda und an die, die es sich daheim auf der Couch gemütlich machen: „Wenn ihr uns nach vorne schiebt, schieben wir euch die Sorgen weg.“

Am Ende zählt kein taktisches Geplänkel, sondern die reine Punkteausbeute. Keidi Bare weiß das. Elf Spiele, ein Ziel. Und er schwört: „Wenn wir diese Kurve mitnehmen, fliegt keiner aus der Klasse – sondern wir fliegen gemeinsam nach oben.“