Kean und dzeko: vom fiasko in florenz zum wm-duell
Moise Kean trifft für Italien, Edin Dzeko jubelt für Bosnien – doch in der Serie A waren beide nur Schatten ihrer selbst. Am Dienstag treffen sie als Gegner aufeinander, während ihre Klubkarrieren auf dem Prüfstand stehen.
Die zahlen, die die fiorentina vergessen machen
Kean erzielte in den letzten fünf Länderspielen fünf Treffer. Für die Fiorentina kam er in dieser Saison nur auf neun Tore – zwei Muskelverletzungen bremsten ihn aus. Dzeko wechselte im Winter nach Schalke, weil er bei der Viola auf 236 Minuten Spielzeit und null Ligatore kam. In Gelsenkirchen traf er binnen acht Partien sechsmal.
Die Rechnung ist gnadenlos: Wer in Florenz stolpert, findet in der Nationalmannschaft plötzlich zu sich selbst. Kean erklärt es mit der „Freiheit, die Mancini mir gibt“, Dzeko schiebt die Schuld auf einen Streit mit Coach Vanoli. Der Bosnier erzählte der Bild, er habe in Parma auf Einsatz gehofft, stattdessen die ganze zweite Halbzeit auf der Bank verbracht. „Danach wusste ich: Ich muss weg.“

Was die fiorentina jetzt befürchtet
Präsident Commisso feierte Keans Treffer gegen Wales sofort per WhatsApp – „Good job“ – doch das kann sich schnell ins Gegenteil verkehren. Läuft Kean bei der WM weiter heiß, steigt der Preis für einen Sommer-Transfer. Verlässt er Florenz als Top-Torjäger, kostet das die Klubkasse noch einmal zusätzliche Millionen. Dzeko dagegen ist längst weg, doch seine Bosnien-Form wirkt wie ein Spiegel: Ein 40-Jähriger zeigt, dass noch Flamme drin ist – nur eben nicht mehr für die Viola.
Am Ende bleibt ein Duo, das in der Toskana nie funktionierte. Gemeinsam liefen sie nur zweimal von Anfang an auf – in Napoli und Lecce, ohne Torbeteiligung. Die erhoffte Sturm-Reihe mit Gudmundsson als hängender Spitze verflüchtigte sich im Nebel der Abstiegszone. Statt Doppelschlag gab es nur Doppelfrust.
Italiens Sportblätter sprechen bereits vom „Duell der Ausgestoßenen“. Für Kean und Dzeko ist es mehr als ein Gruppenspiel: Es ist die Bühne, auf der sie beweisen, dass sie noch zu Europas Spitze gehören – wenn auch eben nicht in Florenz.
