Karl überzeugt: kann der youngster sané bei der wm verdrängen?
Ein Achtungserfolg im Test gegen Finnland könnte der Startschuss für eine neue Ära im deutschen Angriff sein. Lennart Karl, gerade einmal 18 Jahre alt, zeigte am Sonntagabend eine Leistung, die Bundestrainer Julian Nagelsmann und die Fans gleichermaßen in Erstaunen versetzte. Kann der junge Angreifer bei der WM in Katar wirklich einen Platz in der Startelf erkämpfen und Leroy Sané herausfordern?
Ein debüt ohne nervenflattern
Für Karl war der Einsatz gegen Finnland mehr als nur ein Testspiel. Es war sein Startelf-Debüt im DFB-Trikot, ein Moment, der jeden jungen Spieler in Atem hält. Doch Karl wirkte unbeeindruckt. Statt Nervosität zeigte er eine beeindruckende Spielfreude, rannte, passte und dribbelte mit einer Selbstverständlichkeit, die sein Alter kaum erahnen lässt. Auch wenn nicht alles gelang – kleinere Fehler sind bei jungen Spielern zu erwarten – gab er nie auf und kämpfte sich zurück ins Spiel.
„Er hat keine Angst vor nichts und niemandem“, lobte Teamkollege Deniz Undav nach dem Spiel. Ein Urteil, das weit mehr als nur höfliche Worte ist. Undav, selbst kein Unbekannter in Sachen Selbstvertrauen, sieht in Karl eine Bereicherung für die Mannschaft.

Der vorteil der jugend: verzeihbarkeit und spielfreude
Ein wesentlicher Faktor, der für Karl spricht, ist sein junges Alter. Fehler werden ihm leichter verziehen, das Publikum schenkt ihm eine gewisse Kulanz. Im Gegensatz zu einigen Routiniers, die noch immer mit den Geistern der enttäuschenden WM-Turniere 2018 und 2022 kämpfen müssen, kann sich Karl voll und ganz auf das Hier und Jetzt konzentrieren und ohne unnötigen Druck spielen. Er ist wie ein frischer Wind, der frische Energie in die Mannschaft bringt.
Joshua Kimmich unterstreicht diesen Vorteil: „Er muss gar keine Verantwortung übernehmen, sondern er kann sich einfach auf sein Spiel konzentrieren, kann Spaß haben.“ Ein Luxus, den erfahrene Spieler oft vermissen lassen.

Sanés konkurrenz: ein rennen, das noch nicht entschieden ist
Ob Karl es tatsächlich schafft, Sané in der Startelf zu verdrängen, bleibt abzuwarten. Sané wiederum zeigte im Test gegen Finnland ebenfalls eine überzeugende Leistung, die Nagelsmann prompt überschwänglich lobte. „Das war top – kann man nicht anders sagen“, schwärmte der Bundestrainer. Ein Detail, das Karls Aufstieg vorerst ein wenig bremst, doch er dürfte sich davon nicht entmutigen lassen.
Denn eines ist klar: Lennart Karl hat in den letzten Wochen bewiesen, dass er das Zeug dazu hat, bei der WM in Katar für Furore zu sorgen. Seine Unbekümmertheit, sein Mut und sein unbedingter Wille zu gewinnen machen ihn zu einem Spieler, der die Abwehrreihen der gegnerischen Mannschaften vor große Probleme stellen kann. Die Entscheidung liegt nun bei Julian Nagelsmann – und die wird alles andere als einfach sein.
