Kaps wirft todesfelde mit 100. oberligator aus der spur

Der Oldenburger SV hat den Mythos zerstört, der SV Todesfelde war unbesiegbar. Freddy Kaps schoss den Tabellenführer mit einem Blitz-Hattrick in 32 Minuten aus der eigenen Halle und schrieb dabei seine persönliche Torhundert-Geschichte.

Der mann, der zwischen chefjob und klassenkampf pendelt

Kaps ist kein gewöhnlicher Angreifer. Tagsüber coacht er die U 19 von Holstein Kiel in der Nachwuchsliga A, abends jagt er Punkte für den abstiegsbedrohten Oldenburger SV. Gegen Todesfelde wurde diese Doppelbelastung zur Waffe. Zwischen der 15. und 47. Minute nagelte er drei Mal ein. „Nach dem 2:0 haben wir gemerkt: Heute ist alles drin“, sagt er, als hätte er gerade ein Seminar über Selbstwirksamkeit gehalten.

Die Zahl 100 fiel erst hinterher. Kaps’ verwandelter Strafstoß zum 4:1 war sein Jubiläumstreffer in der Oberliga – keiner wusste es, nicht einmal er. „Das haben mir die Jungs nach dem Spiel gesagt“, lacht er. Die Jungs, das sind seine alten Freunde aus Jugendzeiten, mit denen er jetzt gegen den Abstieg kämpft. Das macht die Geschichte so richtig schmackhaft: Ein Trainer, der sich selbst fit hält, trifft dreimal gegen die beste Defensive der Liga und schiebt dabei seine Karrierestatistik über die magische Grenze.

Stahl setzt auf telefon-fitnesstraining

Stahl setzt auf telefon-fitnesstraining

Trainer Florian Stahl betont, dass Kaps „kaum mittrainiert“. Die Lösung: lange Gespräche, WhatsApp-Videos, Mikro-Camps. „Wir telefonieren sehr viel“, sagt Stahl. Die Tore in den letzten beiden Spielen: fünf. Die Bilanz spricht für das ungewöhnliche Konzept. „Freddy zeigt, dass er spielen will – man merkt gar nicht, dass er nicht mit der Mannschaft trainiert“, schwärmt Stahl.

Für den Oldenburger SV ist Kaps kein Luxus, sondern Rettungsanker. Die Saison ist eng, der Abstiegskampf offen. Mit dem Sieg in Todesfelde springt der Klub auf den rettenden 13. Platz. Die Moral ist zurück, die Story auch. Und Kaps? Der fliegt am Wochenende wieder nach Kiel, bereitet die U 19 aufs nächste Spiel vor und weiß: Irgendwann klingelt das Handy, und dann geht’s wieder runter in die Oberliga, wo seine 100 Treffer auf neue Folgen warten.