Kane-fehlen? polanski schickt gladbach ohne angst nach münchen

Der Torjäger fehlt, der Respekt nicht. Eugen Polanski wird am Freitagabend mit seiner Mannschaft in die Allianz Arena einmarschieren, wo Harry Kane wegen einer Schwellung in der Wade nur Zuschauer ist – und genau das kratzt am Bild des Underdogs kein bisschen.

«Wir reisen nicht an, um 95 minuten zu beten»

Der 39-jährige Coach stampfte die Vorstellung einer reinen Abwehrschlacht sofort nieder. «Sich nur hinten reinzustellen und zu verteidigen, wäre gegen Bayern fast Selbstmord», sagte er auf der Pressekonferenz, während seine Stimme zwischen den Sätzen kurz abfiel – so als wolle er das Wort «Selbstmord» nicht lauter als nötig klingen lassen.

Stattdessen fordert er enge Räume, hitzige Zweikämpfe, Phasen mit Ballbesitz. Die Münchner sollen «selbst vor Aufgaben stehen». Kurz: Gladbach will den Takt vorgeben, statt ihn zu ertragen. Das 0:3 der Hinrunde, in dem Jens Castrup nach 19 Minuten in den Kataklimbisch ging, dient als Mahnmal. «Wir haben gelernt, dass Disziplin allein nicht reicht – man muss auch den Mut behalten, sie zu brechen.»

Engelhardt-ersatz und mögliches tabakovic-comeback

Engelhardt-ersatz und mögliches tabakovic-comeback

Polanski schiebt die taktische Schachpartie auf den späten Freitagnachmittag. Yannik Engelhardt fehlt wegen Gelbsperre, Philipp Sander rückt ins Zentrum – oder eben nicht. Die Dreierkette könnte neu besetzt, die Spitze umgestellt werden. Haris Tabakovic darf bangen: Polanski schließt einen Verzicht von Beginn an ausdrücklich nicht aus. «Geschwindigkeit und Beweglichkeit» seien Alternativ-Konzepte, die er durchaus 90 Minuten lang durchziehen würde.

Die Entscheidung fällt im Bus Richtung Autobahn A61. Dort, zwischen Feldern und dunkel werdendem Januarhimmel, will Polanski seine Startelf bekannt geben – und damit auch die Marschroute: nicht kapitulieren, sondern kontern.

Bayern ohne Kane, Gladbach ohne Angst. Am Ende könnte genau das die größte Chance sein, die die Fohlen in München seit Jahren haben.