Kane zieht nach dem atalanta-debakel die bilanz: endlich soll real madrid bezahlt werden

4:1 gegen Atalanta, und schon richtet sich der Blick nach vorn: Real Madrid wartet, der Angstgegner, der Peiniger, der Champions-League-Rekordgewinner. Harry Kane atmete tief durch, grinste nicht, sagte nur: „Wir haben vor niemandem Angst.“ Die Worte klangen wie ein Gelöbnis – und wie eine Drohung.

Das trauma der letzten vier k.o.-duelle sitzt tief

Das trauma der letzten vier k.o.-duelle sitzt tief

Seit 2014 schickten die Königlichen den deutschen Rekordmeister vier Mal nach Hause: Halbfinale 2018, Halbfinale 2024, Viertelfinale 2017, immer mit dem bissigen Gefühl, dass Ramos, Benzema oder Modric einfach eine Sekunde früher denken. Elf Siege, dreizehn Niederlagen, 42:45 Tore – die Bilanz ist so ausgeglichen wie ein Seil, auf dem die Bayern seit Jahren balancieren, ohne das letzte Stück zu erreichen.

Am 7. April betreten sie wieder das Santiago Bernabéu, diesmal ohne Lewandowski, dafür mit Kane, der in London schon gegen Real traf und weiß, wie laut 80 000 Spanier werden können, wenn der Gegner den Ball nur halb kontrolliert. Das Rückspiel folgt eine Woche später in der Allianz Arena – ein Termin, der in München längst rot im Kalender steht, weil er Erinnerungen wachrüttelt, an Robbens Flügelsturm, an Müllers Faustschlag, an Neurs Paraden – und an die Ausgeschiedenen.

Die Zahlen sind kein Makel, sie sind ein Auftrag. Trainer Vincent Kompany studierte die Videos von Citys 0:3 und 1:2, sah, wie Real die Lücke zwischen den Mittelfeldlinien zerreißt und wie Bellingham die Tiefe sucht, wo andere noch dribbeln. Seine Antwort wird lauten: Musiala ins Zentrum, Sané als Brandbeschleuniger, Laimer als Klopfer, der Modrics Kurven zerstört. Die Taktik ist halb Schach, halb Faustkampf.

Lo que nadie cuenta ist die Frage nach dem Selbstvertrauen. Nach dem 4:1 gegen Atalanda flimmert es in den Augen der Spieler, das Bewusstsein, dass sie in dieser Form jeden Gegner überspielen können – wenn sie sich nicht selbst bremsen. Die Historie gegen Real ist kein Fluch, sie ist ein offener Scheck, den die Bayern endlich einlösen wollen. Kane wird 31, seine beste Chance auf die Trophäe, die ihn in England zum Ritter machen würde, trägt spanische Handschrift.

Am Ende zählt nur das Tor, das den Fluch bricht. Die Uhr tickt, das Bernabéu wird brüllen, und irgendwer muss den Ball über die Linie bugsieren. Vielleicht ist es Musiala, vielleicht Sané, vielleicht Kane selbst. Wer auch immer trifft, er wird wissen: Dieser Treffer ist mehr als ein Tor, es ist die Quittung für vier blutige Nasen – und der Startschuss für ein halbes Jahrhundert neuer Geschichten.