Kane jagt lewandowski – doch real droht den traum zu zerstören
Sieben Spiele, elf Tore, ein Rekord. Harry Kane hat den Lewandowski-Jäger-Modus aktiviert, aber da ist dieses dumme Viertelfinale gegen Real Madrid. Und plötzlich zählt nicht mehr der Torjäger, sondern der Überlebenskampf.

Hamanns prognose lässt bayern-fans erschaudern
„Nur wenn sie gegen Real rausfliegen, schafft er es“, sagt Didi Hamann und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Der Sky-Experte kennt die Mentalität im Klubhaus an der Säbener Straße. Persönliche Bestmarken? Schön und gut. Aber die Champions League ist das Heiligtum. Und dort wartet gerade der Gegner, der Bayern in der Vergangenheit schon so oft die Tränen in die Augen getrieben hat.
Die Zahlen sind brutal: Kane braucht 1,57 Tore pro Partie, um den Rekord zu knacken. Das schaffte nicht einmal Lewandowski in seiner besten Zeit. Der Pole schoss seine 41 Treffer in 29 Spielen – ein Schnitt von 1,41. Doch Kane hat etwas, was Lewandowski nie hatte: Einen Neuner, der in den entscheidenden Wochen der Saison plötzlich Prioritäten verschieben muss.
Vor zwei Jahren war es dieselbe Geschichte. Lewandowski jagte den 40-Tore-Rekord von Gerd Müller, stand bei 39 Treffern, wurde in Madrid in der 84. Minute ausgewechselt – und Bayern schied trotz Weiterkommen am Ende dramatisch aus. Die Lehre: Rekordjagd und Titel sind keine gute Kombination.
Hamann erinnert daran, wie schnell Träume platzen können: „In Madrid ist er zehn Minuten vor Schluss raus – als man weiter war.“ Dieses „als man weiter war“ klingt wie ein Vorgriff auf das, was kommen könnte. Denn wenn Bayern am 7. und 15. April gegen Real Madrid antritt, wird jeder Ball, den Kane nicht berührt, als verschwendete Tor-Chance gewertet werden.
Die Ironie: Je besser Bayern in der Champions League spielt, desto wahrscheinlicher verpasst Kane den Rekord. Und je eher sie ausscheiden, desto größer sind seine Chancen auf die 41. Aber wer will schon ein Frühausscheiden gegen Real Madrid, nur damit ein Engländer einen deutschen Rekord bricht?
Thomas Tuchel wird diese Rechnung machen. Er wird Kane in den entscheidenden Wochen schonen müssen, aber ihn gleichzeitig brauchen. Ein Dilemma. Denn die Bundesliga ist längst entschieden, aber die Champions League ist offen wie nie. Und dort zählt nicht der Torjäger, sondern der Gewinner.
Am Ende bleibt die Erkenntnis: Rekorde sind für die Geschichtsbücher, Titel für die Ewigkeit. Und Harry Kane muss sich entscheiden – ob er lieber der erste Engländer wird, der den deutschen Torrekord hält, oder der erste Engländer, der mit Bayern die Champions League gewinnt. Beides zusammen wird nicht gehen. Die Zeit arbeitet gegen ihn, und Real Madrid auch.
