Kane demolieren atalanta mit doppelpack – bayern jetzt auf real-jagd
Der FC Bayern hat Atalanta Bergamo nicht nur aus der Champions League geschossen, sondern dem italienischen Überraschungsteam mit einem 4:1 im Rückspiel und 10:2 im Gesamt die Lust am Fußball vermiest. Harry Kane schraubte seine persönliche Torjäger-Statistik auf 50 Treffer in der Königsklasse, Lennart Karl und Luis Díaz schraubten die Stimmung in der Allianz Arena auf Endorphin-Alarm. Am Horizont blitzt schon der nächste Gegner auf: Real Madrid, der Albtraum mit der Weißen Weste, wartet im Viertelfinale.
Kane erledigt die vorschusslorbeeren schon in halbzeit eins
Der Engländer ließ sich nicht bitten. Nach elf Minuten blockte Giorgio Scalvini einen Schuss mit dem Oberarm, was Referee François Storti sofort auf den Punkt stellte. Kane ließ Marco Sportiello zwar zunächst noch das Nachsehen, doch weil sich der Keeper zu früh von der Linie bewegte, durfte der Stürmer vom Punkt erneut antreten – 1:0. Kurz vor der Pause schraubte er mit einem Drehschuss aus 18 Metern das Leder in den linken Winkel, ein Tor, das man in Zeiten von 4K-Slowmos noch Monate später in Schulbüchern zeigen wird.
Zwischen seinen Treffern hätte der Rekordmeister fast nach Belieben erhöhen können. Raphael Guerreiro scheiterte freistehend aus sieben Metern, Aleksandar Pavlovic schenkte Sportiello eine Glanzparade. Atalanta wirkte wie ein Schuljunge, der weiß, dass der Lehrer krank ist – aber Bayern spielten trotzdem mit Hausaufgaben-Pflicht.

Jungstars und comebacks – kompany kann rotieren, ohne zu wackeln
In der 56. Minute erntete Lennart Karl den Applaus, den ein 19-Jähriger sonst nur im Pokal in Unterhaching erhält: Nach Doppelpass mit Kane und Díaz schob er flach ins lange Eck. Vier Minuten später legte Díaz selbst nach – ein Schlenzer aus 14 Metern, den Sportiello nur noch anschauen durfte. Die Arena sang „Finale, Finale“, obwohl erst das Viertelfinale ansteht.
Vincent Kompany nahm sich die Luft, frühzeitig die nächste Generation zu testen. Deniz Ofli und Filip Pavic, 18 und 16, debütierten in Europas Elite. Pavic löste Paul Wanner als jüngster Bayern-Debütant in der Champions League ab – ein Eintrag ins Guinness-Buch, der Atalanta neben der Niederlage noch zusätzlich weh tut. Selbst Hiroki Ito durfte nach Wochen aus der Reha-Kapsel starten, sein Comeback nach Muskelfaserriss rundete den Abend perfekt ab.

Real madrid wartet – und die statistik schreit nach revanche
Am 7. und 14. April geht’s gegen die Königlichen, die die letzten vier Duelle allesamt gewannen. Die Zahlen sind eindeutig: 15 Treffer erzielte Real dabei, nur fünf kassiert. Doch Bayern haben Heimrecht im Rückspiel und einen Kane, der in dieser Saison schon 37 Pflichtspiel-Tore auf dem Konto hat. Die Frage ist nicht, ob der Stürmer trifft, sondern wie oft Thibaut Courtois ihn noch entschärfen kann.
Jonas Urbig stand erstmals seit seiner Gehirnerschütterung wieder zwischen den Pfosten, musste aber kaum eingreifen – bis auf eine Parade gegen Mario Pasalic kurz vor der Pause. Die Abwehr mit Kim Min-jae und Dayot Upamecano wirkte wie ein Vorhang, den Atalanta nur zupfte, aber nie öffnete. Die einzige Lücke fand Lazar Samardzic in der 85. Minute, doch sein Anschlusstreffer war ein Schönheitsfleck auf einem bereits lackierten Auto.
Die Bayern-Fans sangen nach Abpfiff „Wir sind wieder wer“, und tatsächlich: Wer 10:2 gegen eine italienische Spitzenmannschaft erzielt, darf von Real träumen. Die Königlichen bekommen einen Gegner, der nicht nur Tore schießt, sondern auch die nächste Generation schon ins Rennen schickt. Wenn das kein Warnschuss ist, dann weiß ich auch nicht, was sonst.
