Kahn zerreißt nagelsmanns neuer-plan: „ein abenteuer mit offenem ende“

Oliver Kahn hat den Zeigefinger erhoben – und trifft Julian Nagelsmann mitten im WM-Endspurt. Der Ex-Kapitän wettert gegen eine mögliche Rückholaktion von Manuel Neuer, die laut Sky kurz vor der Nominierung steht. „Wenn sich der Bundestrainer jetzt einen Torwarttausch ausdenkt, ist das abenteuerlich“, donnerte Kahn in der Sport1-Sendung „Doppelpass“. Die Wucht seiner Worte lässt die Nationalliga erzittern.

Warum kahn den zeitpunkt für einen fehlstart hält

Nagelsmann hatte sich nach Marc-André ter Stegens Kreuzbandriss auf Oliver Baumann verlegt. Der Hoffenheimer stand in den letzten Länderspielen zwischen den Pfosten, kassierte trotzdem Lob. Jetzt, drei Wochen vor dem Eröffnungsspiel in Seattle, droht ihm die Rückkehr des Rekordkeepers Neuer – und Baumann würde zur Notlösung degradiert. „Was erzählst du dem Spieler, der sich monatelang auf diese Rolle vorbereitet hat?“, fragt Kahn rhethorisch. „Du entziehst ihm das Fundament, das er braucht, um mit Selbstvertrauen in die Turniere zu gehen.“

Die Kritik trifft Nagelsmann ins Herz. Im ZDF-Sportstudio wich der Bundestratcher jedem klaren Bekenntnis aus. „Wir schauen uns jeden Einzelfall an“, murmelte er. Die Floskel klingt nach Ablenkung, nicht nach Strategie. Kahn kontert: „Entscheidungen mit dieser Tragweite muss man früh kommunizieren. Alles andere verwässert die Glaubwürdigkeit.“

Medizinisches gutachten als zündkapsel

Medizinisches gutachten als zündkapsel

Der FC Bayern lieferte am Sonntag die nächste Wendung. Neuer laboriert an einer leichten Muskelblessur, die ihn die letzten beiden Bundesligaspiele kostete. Die Angabe „leicht“ steht in krassem Kontrast zur Eile, mit der Nagelsmann nun offenbar doch zum 38-jährigen Weltmeister greifen will. Kahn sieht darin ein Kalkül, das nach hinten losgehen kann: „Wenn Neuer nicht hundertprozentig fit ist, riskierst du eine Kettenreaktion. Dann steht ein angeschlagener Keeper im Tor und ein demoralisierter Ersatzmann auf der Bank.“

Die Zahlen sprechen gegen den Rekordnationalspieler. Neuer bestritt seit seiner Schulterverletzung nur 17 Pflichtspiele in dieser Saison, Baumann 32. Die Quote gehaltener Elfmeter spricht ebenfalls für den Hoffenheimer. Doch Nagelsmann schwankt – und versetzt damit das gesamte Torhüterlager in Unruhe.

Die stimme aus der kabine

Die stimme aus der kabine

In der Mannschaft herrscht laut Insidern „verhaltenes Kopfschütteln“. Einige Leistungsträger hätten sich hinter Baumann gestellt. „Oliver hat sich diese Chance hart erarbeitet. Jetzt soll er durch die Hintertür wieder rausfallen?“, zitiert ein Teamangehöriger die Stimmung. Kahn nimmt diese Seite: „Fußball ist kein Museum. Sentimentalität darf keine Rolle spielen, wenn es um den Weltmeistertitel geht.“

Die Uhr tickt. Am Donnerstag will Nagelsmann sein Aufgebot verkünden. Bis dahin muss er sich zwischen Loyalität zur Leistung und der Aura eines Ausnahmekeepers entscheiden. Kahn fordert Konsequenz: „Wer jetzt wankt, verliert.“

Die WM 2026 beginnt am 11. Juni in Atlanta. Deutschland spielt gegen Nigeria. Die Fans warten auf eine klare Ansage. Stattdessen bekommen sie ein Schauspiel, das an ein Pokerspiel erinnert – mit offenen Karten und verdeckten Risiken. Nagelsmanns Ruf steht auf dem Spiel. Und Kahn? Der steht bereit, um den nächsten Schlag auszuteilen.