Kahn zerreißt hoeneß' rückzugs-show: „die richtigen leute gibt es nie“

Die Maske ist ab. Oliver Kahn, einst Titan zwischen den Pfosten, wirft den Bayern-Machern mitten ins Gesicht, was viele denken, niemand laut sagt: Ihr Versprechen, sich zurückzuziehen, ist leer. „Das Ganze zieht sich jetzt viele, viele Jahre hin“, donnert er bei Sky. Und trifft damit genau die Wunde, die der Klub seit Jahren verdeckt hält.

Hoeneß’ ewige abschiedstour

Uli Hoeneß hat sich „irgendwann“ zuletzt verabschiedet, wenn die „richtigen Leute“ da sind. Kahn lacht bitter. „Und gefunden hat man ja jetzt scheinbar immer noch niemanden.“ Die Rechnung: 74 Jahre alt, 44 Jahre Macht, null Konsequenz. Karl-Heinz Rummenigne sitzt neben ihm, 70, Jan-Christian Dreesen komplettiert die Riege. Drei Generationen, ein System. Rouven Kasper ist zwar als Marketingvorstand eingestiegen, doch Kahn versetzt dem Papier-Tiger den Rest: „Im Schneckentempo“ bewege sich die angekündigte Neuaufstellung.

Die Szenerie ist ein Déjà-vu. Schon 2019 hatte Hoeneß seinen endgültigen Rückzug angekündigt – unter der Bedingung, dass Nachfolger „seiner Vorstellung“ bereitstehen. Die Vorstellung ist offenbar unerreichbar. Kahn kennt die Mechanik, er saß selbst im Vorstand, musste 2023 gehen, durfte am letzten Spieltag nicht mal ins Stadion. Die Meisterschaft war verspielt, das Verhältnis kaputt.

Der bruch, der nie heilte

Der bruch, der nie heilte

Im Oktober schoss Hoeneß erneut: „Die Berufung von Oliver Kahn war ein großer Fehler.“ Kahn kontert in der Bild: „Diese Äußerungen tragen zu einem respektvollen Miteinander nicht bei.“ Was zwischen den Zeilen steht: Die Münchener Moral ist ein Trauerspiel. Ehrenpräsident und Aufsichtsratsmitglied blockieren den Neuanfang, den sie selbst versprochen haben.

Kahn wirft keinen Zufall mehr ins Feld, er wirft Zahlen. Seit 2019 kursiert das Versprechen, seit 2023 ist Kahn draußen, seit 2024 sitzt Hoeneß immer noch im gleichen Sessel. Die Machtfrage ist offen, die Antwort verweigert. Für Kahn ist klar: Solange die „richtigen Leute“ ein Phantom bleiben, bleibt auch Hoeneß. Und Bayern bleibt, was es nie sein wollte: ein Museum der ewigen Gegenwart.