Kadetten verlieren torwartjuwel: strauss wechselt nach stäfa – 44. suisse-akademie-produkt in der quickline league

Die Kadetten Schaffhausen müssen sich von einem weiteren Eigengewinn verabschieden. Andre Strauss, 20, Torwart der zweiten Garde und Aushängeschild der Suisse Handball Academy, zieht es zur neuen Saison an den Zürichsee – zu Handball Stäfa. Ein Wechsel, der in der Szene für Gesprächsstoff sorgt, denn der Youngster galt als möglicher Ersatz für Lukas Laube, falls der Nationalkeeper doch noch die Segel stricht.

Seit u13 in der bbc arena – nun endet eine ära

Acht Jahre lang war die BBC Arena sein Wohnzimmer. „Die Kadetten haben mich geprägt“, sagt Strauss, der mit zwölf Jahren das erste Mal einen Handball in der Halle am Rhein berührte. Seitdem absolvierte er alle Jugendstufen, rückte in die NLB-Mannschaft vor und schnupperte auch schon Quickline-Luft. In dieser Spielzeit stand er zweimal im Kadetten-Kader, blieb aber ohne Einsatzzeit. Das soll in Stäfa anders werden.

Dort wartet ein Abstiegskampf, der für Torhüter ein gefährliches Pflaster ist. Sollte Stäfa die Klasse halten, wäre Strauss der 44. Akademie-Absolvent, der den Sprung in die höchste Spielklasse schafft. Die Quote spricht für das Ausbildungsprogramm – und gegen die Kadetten, die ihr Nachwuchs-Stadion verlassen sieht, bevor es richtig begann.

Verlust oder befreiung – die kadetten stehen vor einer entscheidung

Verlust oder befreiung – die kadetten stehen vor einer entscheidung

Für Sportchef Andy Schmid ist der Abgang kein Beinbruch, aber ein Signal. Die Talentschmiede liefert, doch der Sprung in den eigenen Kader bleibt verwehrt. Stattdessen wandern die Youngster nach Stäfa, zu Pfadi Winterthur oder ins Ausland. Die Frage lautet nicht mehr, wer als Nächstes geht, sondern: Wer bleibt noch?

Strauss selbst sieht den Schritt als nächste Stufe seiner Karriere. „Ich will Spielzeit sammeln und mich beweisen“, sagt er. In Schaffhausen stand er hinter Niklas Lichtlein und Lukas Laube auf Platz drei. In Stäfa könnte er sofort zwischen die Pfosten rücken – und vielleicht schon im Sommer mit der Quickline-Liga absteigen. Ironie des Sports: Der Abstieg würde seine Statistik als Akademie-Erfolg trotzdem nicht schmälern.

Die Kadetten gewinnen Spielraum im Gehaltsbudget, verlieren aber eine Option für die Zukunft. Bleibt die Frage, ob der Klub irgendwann wieder eine eigene Nummer eins aus dem Hut zaubert, oder ob die BBC Arena nur noch Durchgangsstation bleibt. Die Antwort liegt in den nächsten Transferfenstern – und in der Frage, wie viele Talente noch bereit sind, zu warten.