Juve-schock: iling-junior kommt als gegner zurück – einst verschenkt, heute racheengel

Samuel Iling-Junior läuft am Samstag im Allianz Stadium wieder über den Rasen – diesmal im Trikot des Pisa Calcio. Vier Jahre nach seinem Wechsel von Chelsea nach Turin, nach 14 Millionen Euro Ablöse, die die Juventus für Douglas Luiz in die Kasse spülte, wird der 22-Jährige zum Spottobjekt seiner einstigen Verehrer.

Vom jugend-idol zum leih-spieler ohne perspektive

Englands U21-Star, mit Musiala und Bellingham aufgewachsen, galt als Rohdiamant. Doch statt Juve-Karriere folgte die Leih-Rutschpartie: Bologna, Middlesbrough, West Bromwich – kein Klub hielt ihn länger als sechs Monate. Die Bilanz: erst drei Serie-A-Einsätze, nur einmal von Anfang an.

Die Juventus-Bosse hatten ihn im Sommer 2024 geopfert, um die 50-Millionen-Transfer-Offensive um Douglas Luiz zu finanzieren. Ein Deal, der sich rächt: Der Brasiliger kehrte bereits nach Birmingham zurück – Iling-Junior blieb die ewige Baustelle.

Pisa, Tabellen-Vierzehnter, sucht nach Zündstoff. Der linke Flügel soll wieder laufen. Für Iling-Junior ist das Spiel in Turin die Bühne, die er dringend braucht. „Ich will beweisen, dass sie sich geirrt haben“, zitierte ihn die Gazzetta dello Sport. Mehr Selbstvertrauen als Leistung bislang.

Die Juve-Fans werden pfeifen – nicht aus Hass, sondern aus Enttäuschung. Sie erinnern sich an seine ersten Dribblings gegen Benfica und an den Assist zum Sieg gegen Lecce. Dann kam der Knick: Allegri setzte auf Erfahrung, nicht auf Jugend. Die Folge: Bank, Leihe, Abflug.

Ein transfer, der beide seiten ärmer machte

Ein transfer, der beide seiten ärmer machte

14 Millionen plus drei Millionen Bonus – so viel kassierte Juve für einen Spieler, der nie wirklich gehen sollte. Douglas Luiz kostete 50 Millionen, lief 24 Mal auf, ohne zu glänzen. Nun ist er wieder weg. Iling-Junitor hingegen kämpft in der zweiten Reihe um seine Zukunft.

Die Ironie: Ausgerechnet gegen die Alte Dame könnte er sich endlich empfehlen. Scout-Listen sind lang, Verträge kurz. Wer in Pisa nicht liefert, verschwindet im Winter im Niemandsland der Serie B.

Am Samstag wird das Stadium ihn kennen – seine Heimkurve, einst seine Familie, nun sein Gegner. Für 90 Minuten wird er alles geben. Danach bleibt die Frage: War Juve zu schnell, zu gierig, zu blind für das eigene Talent? Die Antwort steht 14 Millionen Euro später noch immer aus.