Juventus holt carnevali: exor-boss für neue ära?

Turin bebt! Giovanni Carnevali, bisheriger Geschäftsführer von Sassuolo, soll die Nachfolge von Leonardo Comolli bei Juventus annehmen. Die Entscheidung von John Elkann, Exor-Vorsitzender und somit einflussreichster Mann im Juve-Umfeld, ist gefallen und könnte eine entscheidende Wende in der Transferpolitik des bianconeri einleiten. Die Spekulationen, die seit Wochen schwielten, sind damit offiziell vom Tisch – und werfen Fragen auf.

Ein mann der zahlen und des talents

Carnevali ist kein Unbekannter im italienischen Fußballgeschäft. Mit 65 Jahren bringt er eine beeindruckende Erfahrung mit, die weit über das reine Zählen von Zahlen hinausgeht. Seine Karriere begann in der Mailänder Provinz, wo er früh Kontakte zu Größen wie Ariedo Braida und Beppe Marotta knüpfte. Stationen wie Monza, Pavia, Como und Ravenna folgten, bevor er 2014 bei Sassuolo landete – und dort eine Ära prägte.

Dort etablierte sich Carnevali als der Mann hinter zahlreichen überraschenden Erfolgen. Er verstand es, das Budget des Vereins clever einzusetzen und junge Talente zu fördern, die dann mit Gewinn verkauft wurden. Die Verpflichtung von Gianluca Locatelli für 14 Millionen Euro und der anschließende Verkauf an Juventus für 36 Millionen Euro ist nur eines von vielen Beispielen für seine Expertise. Ähnlich erfolgreich war er mit Frattesi, Scamacca, Demiral und Boga. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Carnevali hat in Sassuolo ein System geschaffen, das sich selbst finanziert und den Verein nachhaltig stärkt.

Mehr als nur finanzkenntnisse

Mehr als nur finanzkenntnisse

Während Comolli vor allem für seine strategische Vision bekannt war, liegt Carnevals Stärke in der operativen Umsetzung. Er hat ein Gespür für den Transfermarkt entwickelt, das seinesgleichen sucht. Er beobachtet die Jugendakademien und die kleineren Ligen aufmerksam und findet stets neue Talente, die er zu Schnäppchenpreisen anwerben kann. Und er versteht es, Spieler zu verkaufen, die ihren Marktwert maximiert haben. Ein Blick auf die Verkäufe von Raspadori an Napoli oder Politano an Inter unterstreicht seine Fähigkeiten.

Doch Carnevali ist nicht nur ein talentierter Manager, sondern auch ein Mensch, der Wert auf eine gute Trainerwahl legt. Unter seiner Ägide feierten Eusebio Di Francesco, Roberto De Zerbi und Fabio Grosso große Erfolge in Turin.

Alberto Aquilani, ein Name, der in den letzten Tagen immer wieder auftauchte, scheint nun lediglich die letzte Hürde vor Carnevalis Wechsel zu Juventus gewesen zu sein. Das Signal ist klar: Juventus setzt auf Kontinuität und Erfahrung – und auf einen Mann, der weiß, wie man mit wenig viel erreicht.

Die Frage, die sich nun stellt, ist, ob Carnevali in Turin in der Lage sein wird, seine Erfolgsformel zu wiederholen. Mit einem deutlich größeren Budget und höheren Erwartungen wird er vor neue Herausforderungen gestellt. Doch angesichts seiner bisherigen Leistungen und der Unterstützung von John Elkann scheint Juventus einen klugen Schachzug vollzogen zu haben.