Juve zündet die sekunden-silvester-fuse: spalletti bis 2028 fix

In Turin tickt die Stoppuhr laut. Schon seit Tagen zählt man auf der Continassa die Stunden bis zur Unterschrift – und jetzt ist sie so gut wie sicher: Luciano Spalletti verlängert seinen Vertrag vorzeitig bis 2028 und kassiert dafür ein Gehalt zwischen fünf und sechs Millionen Euro pro Jahr, Bonusse inklusive. Die Machtverhältnisse im Klub verschieben sich damit endgültig: Der Coach wird zum langfristig gesicherten Architekten, die sportliche Leitung zur Staffage.

Warum die eile gerade jetzt passt

Die Ankündigung soll noch diese Woche kommen, spätestens vor dem Champions-League-Kracher bei Atalanta am Samstag. Timing ist alles in diesem Geschäft: Ein Sieg in Bergamo würde Juves Saison wieder in Richtung Königsklasse lenken, die Vertragsverlängerung liefert das emotionale Signal nach vorne. Die Spieler sollen wissen, wer langfristig das Sagen hat. Und die potenziellen Neuzugänge ebenfalls.

Denn hinter den Kulissen laufen bereits die ersten Gespräche mit Top-Vertragslosen. Bernardo Silva vom Manchester City ist dabei kein Geheimnis mehr, sein Name kursiert seit Wochen durch die Gänge. Ebenso Leon Goretzka vom FC Bayern, wobei hier der AC Milan heftig kontert. Spalletti gilt als Verkäufer, nicht als Bittsteller – und das macht die Sache für Juve attraktiver.

Der deal, der nie wirklich gefährdet war

Der deal, der nie wirklich gefährdet war

Intern war die Einigung schon vor der Länderspielpause besiegelt. Lediglich juristische Details verzögerten die öffentliche Bekanntgabe. „Papierkrieg“, nennt das ein Mitarbeiter, der den Vorgang begleitet. Die Ablösesumme für Spalletti selbst? Null Euro. Er war ohnehin bis 2026 gebunden, die Verlängerung um zwei weitere Jahre folgt dem Motto: Wer zahlt, schafft Vertrauen.

Die Summe von bis zu sechs Millionen pro Jahr katapultiert ihn damit in die Top-Verdiener-Liga der Serie A. Nur Allegri, der vorherige Juve-Coach, kassierte jemals mehr. Ein kleiner Schritt für die Buchhaltung, ein großer für die Moral der Truppe.

Was das für den rest der saison bedeutet

Was das für den rest der saison bedeutet

Die Mannschaft reist mit Rückenwind nach Bergamo. Die Unruhe um die Personalie ist vom Tisch, die sportliche Leitung kann sich aufs Geschäft konzentrieren. Intern heißt es, Spalletti habe in den vergangenen Trainingseinheiten bereits neue Automatismen eingebaut – ein Hinweis darauf, dass er mit Blick auf 2025/26 plant, nicht auf den nächsten Gegner.

Die Fans jedenfalls feiern auf Social Media schon jetzt den „neuen Conte“. Der Vergleich hinkt, ist aber bezeichnend: Auch der damalige Coach Antonio Conte verlängerte kurz vor einem Topspiel und zog danach die Meisterschaft an Land. Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich gern.

Die Uhr läuft. In Turin zählt man nicht mehr Tage, sondern Stunden. Und wenn Spalletti die Unterschrift unter das Papier setzt, beginnt für Juve eine neue Zeitrechnung – mit einem Trainer, der endlich wieder länger denkt als bis zur nächsten Pressekonferenz.