Juve reist nach udine ohne vlahovic – milik zurück im kader
23 Namen stehen auf Luciano Spalletti Liste, doch zwei fehlen, die sonntags meist die Schlagzeilen bestimmen: Dusan Vlahovic und Emil Holm bleiben in Turin. Dafür kehrt nach 572 Tagen endlich wieder Arkadiusz Milik in den Spieltagskader zurück – ein Seitenwechsel, der die ganze Geschichte der Serie-A-Partie bei Udinese überschattet.
Miliks langer weg zurück aufs blatt
Seit dem Kreuzbandriss im Oktober 2022 war der Pole nur noch Statist: zwei Mal Bank, Roma und Pisa, mehr nicht. Kein Torschuss, kein Sprint, kein Torjubel. Jetzt, 18 Monate später, darf er wieder in eine Kabine, in der er einst als Notnagel galt. Ob er spielt? Fraglich. Dass er dabei ist, reicht der Klubführung, um vor dem Abpfiff in Udine ein Signal zu setzen: Wir lassen niemanden fallen.
Die Juve liegt vor der 29. Spieltag drei Punkte hinter Tabellenführer Inter. Ein Sieg im Friaul wäre Pflicht, will man die Meisterschaft noch als Ziel nennen dürfen. Gegen eine Udinese, die seit fünf Partien ohne Tor und seit acht ohne Sieg ist, klingt das machbar. Doch der Blick auf die Personalie verrät: Die Entscheidung fällt zwischen Sorgfalt und Risiko.
Perin steht im Tor, weil er in Auswärtsspielen den besseren Fußabdruck hat als Di Gregorio. In der Viererkette setzt Spalletti auf Bremer und Gatti, die zusammen 62 % der Luftduelle gewinnen – eine Statistik, die gegen Udines Sturmlauf umLuka zählt. Koopmeiners und Locatelli sollen das Tempo diktieren, doch die echte X-Factor heißt Thuram. Seit drei Spielen trägt er die Kapitänsbinde im Dreieck, weil Spalletti Wucht und Übersicht in einer Person vereint sehen will.

Der countdown läuft schon beim warm-up
Anstoß 20.45 Uhr im Bluenergy Stadium, 23.000 Zuschauer, Temperaturen um 8 Grad. Die Gästekurve ist seit 17 Uhr komplett, die Curva Nord fehlt – Udines Ultrà boykottieren nach der 0:4-Pleite gegen Monza. Das heizt die Atmosphäre ein, weil die Stille der Heimfans die Schüsse der Juve lauter werden lässt.
Spalletti wird live auf DAZN sagen: „Milik ist nicht ein Comeback, er ist eine Option für die letzten zehn Minuten, wenn wir die Köpfe hochnehmen.“ Das klingt nach Leihgabe, ist aber Taktik. Die letzten zehn Minuten entscheiden seit Jahren Spiele der Alten Dame – sie hat in der laufenden Saison 19 Punkte nach der 80. Minute geholt.
Die Zahlen sprechen für Juve, die Stimmung für Udinese. Wer gewinnt, spielt keine Rolle – wichtig ist, dass Milik wieder dabei ist. Und dass die Serie A endlich wieder eine Geschichte erzählt, die nicht nur von VAR-Entscheidungen lebt, sondern von Menschen, die zurückkommen, wo sie nie hätten verschwinden dürfen.
