Juanma herzog: drei monate bank, jetzt will er zurück

13 Spiele, nur vier Mal von Anfang an – Juanma Herzog musste sich hinten anstellen. Dann kam der Match gegen Huesca, seine erste Startelf seit Wochen. Er lieferte ab, und plötzlich steht der 22-Jährige wieder auf Luis Garcías Zettel.

Barcia schob ihn beiseite – herzog antwortete mit geduld

Die Saison begann für den Innenverteidiger mit einem Kälteschock. Der Chilene Barcia kam, sah und verteidigte sofort. Herzog rutschte auf die Reservistenrolle, täglich Diesel im Getriebe, nie mehr der Protagonist. „Ich habe drei klasse Zentrale vor mir, das schärft nur meine Klinge“, sagt er heute, aber damals nagte der Frust. Er verdrängte ihn nicht, er kannte ihn. Drei Monate lang saß er zwischen Kuli und Wärmflasche, lauschte den Anweisungen, studierte Barcias Schritte, Leroy Aballas Positionswechsel, die kleinen Tricks von Kapitän David Andújar.

Die Wende kam mit dem Pokal in Badajoz. 78. Minute, Stand 1:1, García winkt: Herzog rein. Er klärt eine Szene nach der anderen, tritt den entscheidenden Pass, plötzlich steht das Stadion auf seinen Schultern. Seitdem bekommt er Minuten, zuletzt 90 komplette gegen Huesca. „Endlich wieder Dauerlauf statt Daumendrehen“, sagt er trocken.

Canterano in zeiten des imports

Canterano in zeiten des imports

Die Akademie von Castelló war einst das Herzstück des Klubs, doch die letzten Jahre frisst die Transferkasse. Seit 2019 schaffte kein Eigengewächs mehr den Sprung in den Profikader. Herzog durchbrach diese Durststrecke. „Wir haben eine Bombe an Talenten im Keller, die Jungs brauchen nur das eine: echte Einsatzzeiten“, betont er. Die Statistik gibt ihm recht: In den vergangenen fünf Spielzeiten kamen gerade einmal 3,4 Prozent der Minuten von Canteranos – in Bilbao sind es 38, bei Barça sogar 44.

Herzog selbst spürt den Druck der Konkurrenz wie einen Rucksack voll Sandsäcke, doch er trägt ihn mit geradem Rücken. „Ich bin kein Geduldspielchen, ich bin bereit für 90 Minuten, für 180, für was auch immer der Trainer braucht.“ Seine Zahlen sprechen: 67 Prozent seiner Zweikämpfe gewonnen, 82 Pässe pro 90 Minuten, Fehlerquote 4,3 – besser als Barcia und Andújar.

García schwärmt intern von seiner „Lernbereitschaft ohne Selbstmitleid“. Am Freitag steht das Stadtderby gegen Alcorcón an. Die Fans rufen nach Herzog, Twitter-Hashtag #JuanmaTitular trendet regional. Ob er spielt? Er lacht nur: „Wenn der Coach mich braucht, bin ich da. Wenn nicht, warte ich mit geladenem Gewehr.“

Die Saison ist noch lang, der Kampf um Platz zwei offen. Ein gesunder Herzog könnte das fehlende Bindeglied sein zwischen Erfahrung und Tempospiel. Die Bank war Phase eins. Phase zwei beginnt jetzt.