Juanma herzog kämpft sich zurück: bankdrücken, biss, neue chance

13 Spiele, vier Mal von Anfang an – Juanma Herzog musste sich gedulden. Dann kam SD Huesca, 90 Minuten ohne Fehler, und plötzlich steht der 22-jährige Innenverteidiger wieder auf Luis García’s Zettel. „Ich bin bereit für mehr“, sagt er, und man glaubt ihm jedes Wort.

Barcia-transfer war der weckruf

Als Pablo Barcia im Winter aus Oviedo einflog, rutschte Herzog auf Platz vier der Innenverteidiger-Hierarchie. Statt zu maulen, drehte er die Frustration in Extra-Schichten: Nachmittags Doppelpass mit der U-23, abends Videoanalyse der Profis. „Konkurrenz ist das Beste, was mir passieren kann“, sagt er heute – und meint es so, wie andere „guten Morgen“ sagen.

Die Zahlen sprechen mit: In den letzten fünf Spielen sammelte er 187 von 450 möglichen Minuten, gewann 67 % seiner Zweikämpfe und ließ keinen Gegenspieler ins Laufen kommen. Luis García belohnte die Zahlen mit einem Kopfnicken – bei ihm das höchste Kompliment.

Canterano-einsamkeit im profikeller

Canterano-einsamkeit im profikeller

Herzog ist der einzige Akteur aus der eigenen Akademie, der den Sprung in den Kader der ersten Mannschaft geschafft hat. Ein Armutszeugnis für ein Traditionshaus, das einst mit Víctor und Iván Amaya auf eigene Kinder setzte. „Hinten warten schon die nächsten fünf Jungs auf ihren Moment“, versichert der Tinerfeño. Dabei denkt er an Álvaro Fernández, 19, Linksfuß, bereits 1,92 m groß – und an sich selbst vor zwei Jahren.

Der Verein plant ein neues Leistungszentrum, 12 Mio. Euro, Eröffnung 2026. Bis dahin bleibt Herzog das lebende Plakat dafür, dass Spaniens Talente nicht alle nach Madrid oder Barcelona abwandern müssen. Seine Klausel: 30 Millionen. Seine Botschaft: kostenlos.

Morgen wartet Albacete, Tabellenzweiter, Sturm mit 52 Treffern. García rotiert, weil sein Abwehrchef León Gelb gesperrt ist. Herzog rieht seine dritte Startelf-Niederlage in Folge – und die Chance, endlich vom Bankdrücker zum Herzstück zu werden. Wer ihm in die Augen schaut, weiß: Er wird sie nutzen. Denn wer dreimal die Woche um 7 Uhr morgens Sprinteinheiten auf dem Kunstrasen veranstaltet, der fürchtet sich nicht vor Stürmern, sondern vor dem Weckerklingeln der Mitspieler.