Josi schreibt nhl-geschichte und hält predators mit 38 game-winning-goals am leben

Ein Schweizer bläst zum Angriff auf die ewige Bestenliste. Roman Josi jagt die Nashville Predators mit irrer Laufbereitschaft und einem neuen Rekord für Europas Verteidiger Richtung Playoffs. 38 Game-Winning-Goals – mehr hat kein europäischer Defender je gelocht. Erik Karlsson, Victor Hedman, Oliver Ekman-Larsson? Alle stehen jetzt in seinem Schatten.

Die 25-minuten-marke als ausgangsbasis

Josi schultert, was andere nicht mal träumen. Rund 25:30 Minuten Eiszeit pro Partie, Powerplay, Penalty-Killing, Schlusssekunde – der Captain ist die permanente Notbremse und Zündmaschine zugleich. Die 45 Scorerpunkte dieser Saison wirken wie ein PS-Sprint nach Schräglage: Erst die Defensive sichern, dann den Gegner bluten lassen.

Die Tore kommen, wenn die Uhr zittert. Gegen die Jets den 3:2-Siegtreffer in der 58. Minute. In Florida das 1:0 in Unterzahl, Sekunden vor der zweiten Sirene. Zahlenmaterial der NHL zeigt: Nashville holt 78 Prozent seiner Punkel, wenn Josi mindestens einen Punkt beisteuert. Ohne ihn wäre die Wildcard-Rennbahn längst ein Sackgasse.

Historie aus bern geboren

Historie aus bern geboren

Der Rekord ist kein Zufall. Seit 2013 sammelt der Berner systematisch Winner. Die 38 Treffer entstanden über 632 Spiele – ein Schnitt von 0,06 pro Einsatz. Klingt minimal, bedeutet aber 38-mal Jubel statt Katastrophe. Hedman brauchte 110 Partien mehr für seine 37, Karlsson liegt bei 32. Die Kommentatoren reden von „Killer-Instinkt“, Josi nennt es „Pflicht“.

Die Vertragsstruktur des 33-Jährigen passt ins Bild: 9,059 Millionen Dollar jährlich, aber keine No-Move-Klausel nach 2028. Für Predators-GM Barry Trotz ein Luxusproblem – oder ein Druckmittel. Denn ohne Josi sieht der Roster aus wie ein Puzzle mit fehlendem Mittelstück.

Die Playoff-Formel ist denkbar einfach: Wenn Josi trifft, gewinnt Nashville zu 73 Prozent. Die restliche Mannschaft schaltet sich an seiner Kältezentrale. Filip Forsberg nutzt die zusätzlichen Eisflächen, Juuse Saros spürt weniger Schüsse, weil der Puck meist im gegnerischen Drittel verweilt.

Die Western Conference ist ein Pulverfass. Vegas, Colorado, Dallas – alle buhlen um vier Plätze. Die Predators liegen drei Punkte hinter dem letzten Ticket, haben aber zwei Spiele in der Hinterhand. Das restliche Programm: Vier Gegner unter .500, drei Heimspiele in Folge. Kein Wunder, dass die Buchmacher die Wettquoten korrigiert haben: +400 auf Playoff-Zugang war gestern, jetzt +275.

Josi selbst schaltet ab, wenn die Kamera dunkel wird. Familie, Bike-Touren am Cumberland River, Schweizer Schokolade als Geheimwaffe gegen Heimweh. „Ich will hier Stanley Cup spielen, nicht Statistiken feiern“, sagt er nach dem 5:4-Sieg über Calgary, Helm noch im Nacken. Die nächste Chance kommt am Freitag gegen Chicago. Pucks vorbei, Uhr tickt, Josi bereit – und die Predators atmen auf, weil ihr europäischer Super-Defender Geschichte lebt und die Saison verlängert.