Josemaría und gonzález erdrücken buenos aires – fünfter triumph in serie
Die Luft im Estadio Mary Terán stand still. 6.000 Argentinier wollten Delfina Brea den ersten Heim-Titel auf Premier-Padel-Niveau gönnen – und bekamen eine 0:3-Startschrecksekunde serviert. Bevor das Publikum den ersten „Vamos Delfi!“ rufen konnte, hatten Bea González und Paula Josemaría schon zwei Breaks auf dem Konto.
Mutter senesi spürte die last
„Sie wirkt ruhig, als hätte sie gestern einen Rucksack abgestellt“, hatte Sole Senesi vor dem Match erzählt. Genau diesen Rucksack schulterten ihre Tochter und Partnerin Gemma Triay wieder, sobald der erste Satz 3:6 durch die Lüftung raste. Die Ursache: Josemarías Todesreturn auf die Bande und González’ globo centímetro-genaue Notbremse mitten auf die T-Linie. Brea kam immer einen Tick zu spät, trieb sich zu weit vor, spielte flache Bandejas – und lieferte den Spanierinnen den Vorlagenvorteil auf dem Silbertablett.
Im zweiten Durchgang explodierte das Stadion endgültig. 4:4, 30:30 – drei Breakbälle für die Hispanic-Argentine. Doch jedes Mal, wenn Triay die Linie öffnete, antwortete González mit dem Cross-Schlenker aus dem Rückhandwinkel. Matchball: Brea jagt einen abgeprallten Lob, will mit der Víbora den Punkt der Hoffnung erzwingen – trifft nur noch Netz. 3:6, 4:6. Das war’s.

Die serie, die das ranking sprengt
Seit Miami haben González/Josemaría fünf Turniere, 15 Siege, null Niederlagen. Ihre Gegnerinnen Ari Sánchez und Gemma Triay waren in diesem Zeitraum fünfmal im Endspiel – und fünfmal Zweite. Die Race-Führung der Spanierinnen ist längst kein Papierwert mehr, sondern ein 1.680-Punkte-Polster, das in Rom erst einmal unantastbar wirkt.
Für Bea González war Buenos Aires die persönliche Freikarte nach Jahren des Fast-Dahinsieglns: Finale 2023 in La Rioja mit Ortega, Finale 2024 in Mar del Plata mit Brea, Finale 2025 wieder mit Brea – immer die Bräutigame, nie die Braut. „Ich habe endlich meinen Fluch gebrochen“, sagte sie mit Tränen in der Stimme. Josemaría dagegen bestätigte ihr Liebesverhältnis zum Río de la Plata: Vor zwölf Monaten holte sie hier mit Sánchez den Titel, diesmal mit neuer Partnerin, gleichem Resultat.

Roma wird zur schusslinie
In zwei Wochen steht der erste Major der Saison am Foro Italico an. Triay und Brea verteidigen 2.000 Punkte, González/Josemaría lediglich 180. Ein weiterer Titel der Favoritinnen würde die Distanz auf über 2.000 Zähler schnellen lassen – und Nerones Nummer-eins-Duo in die Bedeutungslosigkeit drängen. Die Frage ist nicht mehr, ob der Thronwechsel kommt, sondern wann er offiziell ausgerufen wird.
