Jorge abreu dominiert ept paris – coppola scheitert am river

Es war kein Turnier. Es war eine Machtdemonstration. Jorge Abreu betrat den Finaltag des EPT Paris 2026 mit rund 50 Prozent aller Chips im Spiel – und ließ von diesem Vorteil keinen Cent liegen. Der Portugiese gewann ohne Deal, ohne Wackler, ohne einen einzigen verlorenen Showdown. Wer glaubte, der Favorit könnte unter Druck zusammenbrechen, wurde eines Besseren belehrt.

Ein finaltag, der schon vor dem ersten flop entschieden schien

Sieben Spieler starteten in den entscheidenden Tag. Die erste große Hand gehörte Casimir Seire, der mit einem Paar Buben im Preflop überlebte. Felix Schneiders schlug mit A♦ K♥ das Paar Zehner von Thierry Gogniat im Coinflip. Normales Finale-Rauschen, könnte man meinen. Doch dann kam Enrico Coppola.

Der Italiener schlug einen der schönsten Hände des Tages. Er callte lediglich den Raise von Abreu, traf am Flop eine Q♦ und verdoppelte nach einem All-in am Turn mit einem Drilling Damen gegen Abreaus Asse. Kurz aufgeatmet, kurz geträumt. Denn wenige Hände später eliminierte Abreu gleich zwei Spieler auf einmal – mit A♠ 8♠ gegen K♠ K♥ von Jozonis und A♦ J♥ von Gogniat – und schloss am Turn mit einem Flush ab. Die Chips flossen nur in eine Richtung.

Coppola kämpft sich aufs podest – und scheitert am brutalsten moment

Das Podium war gesichert. Enrico Coppola stand mindestens auf Platz drei, was einem Preisgeld von über einer halben Million Euro entspricht. Kein schlechter Abend. Aber der Azzurro wollte mehr. Gegen Buhaiov traf er am Flop ein Top-Set, der Ukrainer schob alles rein – Coppola flog auf 10 Millionen Chips.

Die entscheidende Hand kam als Blind-Krieg. Abreu drückte vom Small Blind Coppola all-in, der mit weniger als 5 Millionen Chips am Tisch saß. Coppola rief sofort: J♥ J♦ gegen Q♥ T♦. Am Flop ein T♠ – Coppola vorne. Alles bereit für den Doppelschlag. Dann kam der River. Ein T♥. Bad Beat. Dritter Platz. Das Turnier war für ihn vorbei, bevor er es realisieren konnte.

Heads-up mit 40 zu 4 millionen – kein deal, kein erbarmen

Das Heads-Up zwischen Abreu und Schneiders war mathematisch gesehen kaum eines. 40 Millionen gegen 4 Millionen. Natürlich wollte niemand über einen Deal reden. In der ersten Hand traf Schneiders ein Asspaar, erntete aber kaum Action. Es war nur eine kurze Atempause.

Die Schlusshand folgte dem Muster des gesamten Tages: Board J♣ 6♣ 3♠ 7♠, Schneiders mit Q♦ Q♣ all-in – vorne gegen Abreaus J♠ 8♣. Und dann, wie schon gegen Coppola, erschien am River eine 8♦. Zwei Mal in einem Finaltag einen River-Treffer landen, wenn es darauf ankommt – das ist entweder Glück oder Schicksal. Abreu dürfte es egal sein. Er hob den Pokal.

Ein Finaltag, der mit erdrückender Chip-Dominanz begann und mit zwei River-Treffern endete. Jorge Abreu hat das EPT Paris 2026 nicht nur gewonnen – er hat es sich geholt, als gehörte es ihm schon.