Johannes lochner: olympia-frieden und blick nach vorn
Johannes lochner: olympia-frieden und blick nach vorn
Johannes Lochner, zweifacher Olympiasilbermedaillengewinner und fünfmaliger Weltmeister, steht am Scheideweg seiner Karriere. Im Podcast “Pizza & Pommes” sprach der Bobpilot offen über seine Goldsehnsucht, die Rivalität mit Francesco Friedrich und seine Pläne für die Zukunft. Am Ende dieser Saison soll Schluss sein, doch vorher peilt Lochner in Cortina d’Ampezzo noch einmal den Olympiasieg an.
Gold-sehnsucht und innerer frieden
Lange Zeit trieb ihn die unbändige Gold-Sehnsucht an. “Ich habe mich immer in der Lage gefühlt, Gold zu gewinnen und wollte dann unbedingt dieses Olympia-Gold noch. Das war immer so: 'Deswegen machen wir weiter. Wir wollen Olympia-Gold.'”, erklärte der 35-jährige Berchtesgadener. Doch in dieser Saison hat sich etwas verändert. “In dieser Saison läuft es unfassbar gut und ich habe einfach damit meinen Frieden gefunden.” Dieser innere Frieden erlaubt ihm nun, den Sport auf eine neue Art und Weise zu genießen.

Die unterstützung im hintergrund
Der Erfolg im Bob ist nicht nur eine individuelle Leistung. Lochner betont die enorme Unterstützung, die er von Freunden, Familie und einer ganzen Community erfährt. “Wie die alle hinter mir stehen und ich das jetzt einfach mal genießen könne, sei ein Geschenk. Weil das kannst du halt oft nicht als Sportler, weil du immer diesen Erfolgsdruck irgendwo im Nacken hast.” Dieser Druck ist nun geringer, was ihm neue Energie gibt.

Der letzte rausch vor dem karriereende
Der Bobpilot ist sich bewusst, dass dies seine letzte Saison sein wird und genießt jeden Moment. “Ich bin mir voll bewusst, dass das meine letzte Saison ist und ich kann das so unfassbar genießen, weil es einfach ein geiler Sport ist. Du krachst diese Bande runter und ein Lauf nach dem anderen geht mir gerade richtig gut von der Hand und du hast ein Grinsen unter diesem Visier.” Für ihn ist die gesamte Saison wertvoller als eine Goldmedaille.
Familie und zukunftsperspektiven
Ein wichtiger Grund für seinen Entschluss, nach der Olympiasaison aufzuhören, ist seine Familie. Er möchte die ersten Schritte seines Sohnes nicht mehr verpassen. “Ich habe seine ersten Schritte schon verpasst. Er ist jetzt ein Jahr alt und genau da, als ich wieder weg war über Weihnachten, hat er angefangen mit dem Gehen. Ich möchte jetzt einfach auch wirklich die nächsten Winter sehen, wie er das erste Mal Ski fährt, wie er einfach ins Leben reinwächst.” Auch beruflich ist er für die Zeit nach dem Profisport gerüstet: “Der Weg ist gemacht und deswegen kann ich auch richtig gut loslassen vom Sport.”

Die rivalität mit francesco friedrich
Die Rivalität mit Francesco Friedrich hat Johannes Lochner zu Höchstleistungen angespornt. “Das tue ich bei Francesco, auch wenn er besser ist. Und ich denke, ich war brutal gut und er ist besser. Ja, dann musste der ja noch krasser sein. Und dann ist es auch irgendwo eine Bewunderung, dass der das dann schafft, mich zu schlagen.” Diese Konkurrenz hat ihn gezwungen, noch härter zu arbeiten und in die Materialentwicklung zu investieren. “Dadurch sind wir beide auf einem Level, wo die anderen gerade meilenweit weg sind.”

Der letzte showdown in cortina
Vor dem Karriereende steht noch ein letztes Duell mit Francesco Friedrich in Cortina d’Ampezzo an. Es verspricht ein spannendes Finale zu werden, in dem sich beide Athleten noch einmal messen werden. Doch für Lochner geht es um mehr als nur den Sieg. Es geht darum, die Saison zu genießen und sich gebührend zu verabschieden.
Quelle: br.de
