Jódar rast über barcelona: 19-jähriger jagt fils und die große sensation
Rafa Jódar spielt, als hätte er einen Turbo im Racket. Im Barcelona Open Banc Sabadell fegt der 19-jährige Madrilene durchs Tableau und schiebt sich am Samstag in die Vorschlussrunde – da wartet mit Arthur Fils der nächste Franzose, der sich warm anziehen sollte.
Barcelona wird zu jódars wohnzimmer
„In den wichtigen Punkten Applaus zu bekommen, ist wie ein zweiter Atemzug“, sagt er nach dem Viertelfinale. 3 500 Zuschauer im Real Club de Tenis – für Jódar fühlt es sich an wie Manolo Santana Court in seinem Geburtsort. „Ich habe mich wie zu Hause gefühlt, obwohl es mein erstes ATP-Turnier in Spanien ist.“ Die Katalanen haben adoptiert, wer hätte das gedacht?
Die Zahlen sprechen ohne Akzent: fünf Matches, kein Satzverlust, Breakquote von 46 %. Auf Sand verwandelt sich der Weltranglisten-182. in einen Kreisel, der selbst erfahrene Baseline-Hüter vertigo beschert. „Ich habe nichts revolutioniert“, erklärt er mit der Ruhe eines Vierzigjährigen. „Ich schleife nur Details, die auf Sand plötzlich Gold wert sind.“

Papa jódar: coach, psychologe, nervenkitzel
Im Spielerbox sitzt der wahre MVP: Vater José María. Seit Rafa den Kinderdrachen schwingen konnte, steht er hinter ihm – mit Schläger, Taktik und Thermoskanne. „Wenn’s rumpelt, hat Papa immer eine Lösung parat“, sagt der Teenager. „Die Verbindung ist einfach unschlagbar.“ Keine Agentur, kein Supercoach, nur Familie und pure Intuition. Ein Konzept, das in Zeiten von Analytics-Teams wie ein Rebellenstück klingt.
Gegen Fils kommt der nächste Feuerwehrmann. Der 20-jährige Franzose serviert bei 224 km/h und beendete gestern den Lauf von Casper Ruud. Jódar? Er lacht, greift zum Handtuch und stapelt Bälle. „Ich bin hier, um zu gewinnen, nicht um Autogramme zu geben.“ Keine Pose, keine Show – nur ein Teenager, der Tennis spielt, als gäbe es kein Morgen.
Barcelona hat schon einen neuen Liebling. Ob er morgen auch noch da ist? Frag lieber nicht – er wird es dir mit dem nächsten Winner beantworten.
