Joan plaza muss gehen: casademont zaragoza trennt sich nach 1:3-bilanz

Die Entlassung kommt ohne Warnung, aber mit bitterer Logik. Joan Plaza, seit 17. Februar Pilot des Casademont Zaragoza, verlässt den Klub nach zwölf Spielen, neun Niederlagen, drei Siegen – und einem Saison-Endspurt, der plötzlich ohne ihn geplant wird.

Rücktritt auf raten: 84 tage im roten stuhl

Plaza übernahm den Endesa-Abstiegskandidaten mitten im Sturm, unterschrieb einen Vertrag bis Juni 2025 und sprach damals von „einer Herzensangelegenheit“. Nun, kaum drei Monate später, endet das Experiment mit einem Dankeschön in Papierform. Der Verein würdigt in einer knappen Mitteilung „Professionalität und Engagement“, doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache: 25 % Erfolgsquote, Tabellenplatz 16, drei Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsrang.

Sein letztes Spiel war die 79:84-Heimniederlage gegen Lenovo Tenerife. Noch während die Fans die Galeria 9 verließen, kursierten intern erste Szenarien. Am Sonntagvormittag dann die offizielle Trennung – per Pressemitteilung, ohne Pressekonferenz des Coaches. Plaza selbst schweigt bisher.

Gonzalo garcía de vitoria übernimmt sofort

Gonzalo garcía de vitoria übernimmt sofort

Die Richtung ändert sich, das Gesicht bleibt vertraut. García de Vitoria, bisher Assistent und ehemaliger U18-Nationalcoach, rückt auf die Hauptbank. An seiner Seite: Rodrigo San Miguel und Jorge Serna, zwei Klub-Insider, die die Kabine kennen wie ihre Taschen. Gemeinsam sollen sie aus den verbleibenden drei Partien noch das Maximum rauspressen – bei Gran Canaria, gegen Baskonia und in Murcia.

Am Montag um 11.00 Uhr treten García de Vitoria und Sportdirektor Pedro Llompart im Presseraum des Pabellón Príncipe Felipe vor die Medien. Erwartet wird kein Schnellschuss, sondern ein Krisenplan: wie der Klub die Lizenz sichert, welche Rolle die Jugendakteure bekommen – und ob der Sommer trotzdem neu kalkuliert wird.

Plaza geht, das Defizit bleibt. 3-9 ist keine Glanzbilanz, aber sie ist auch Spiegel eines Kaders, der zwischen Verletzungspech und finanzieller Leere operierte. Die Frage lautet nun: reicht ein Trainerwechsel, oder steckt die ganze Saisonstruktur in der Schredderanlage? Die Antwort bekommt Zaragoza in den nächsten zehn Tagen – und sie wird über Liga oder Liga2 entscheiden.