Jenni doppelt auf: nationalteam bleibt, kloten holt ihn

Marcel Jenni schreibt sich fest. Vertrag bis 2028 beim Schweizer Eishockey-Verband, gleichzeitig Assistenztrainer beim EHC Kloten – eine Doppelbelastung, die selten genehmigt wird. Doch der 39-Jährige ist kein Normalfall.

Der weg vom nachwuchs zum a-kader

2017 noch U-17-Coach in der Zentralschweiz, heute fest im Stab von Jan Cadieux verankert. Jenni baute die Schweizer Junioren um, schickte zwei Jahrgänge in die Weltspitze. Nun übernimmt Cadieux das Nationalteam nach der Heim-WM – und behält Jenni, dessen Arbeit hinter den Kulissen als „taktisch rücksichtslos“ gilt, sagt ein Verbandsinsider.

Die Verlängerung ist kein Geschenk. Swiss Ice Hockey schob 45 Spiele Datenanalyse auf Jennis Schreibtisch, ehe die Unterschrift fiel. Die Botschaft: Wer die beste Nachwuchsarbeit Europas managt, darf nicht abwandern.

Kloten setzt auf doppelspitze

Kloten setzt auf doppelspitze

Doch genau das passierte – halb. Der NL-Klub holt Jenni als Assistenztrainer neben Timo Helenius. Offiziell: „Koordinierte Teilzeit.“ Inoffiziell: Kloten kauft sich Know-how, das sonst nur Kanada und Schweden besitzen. Die Finanzierung: Ein Teil von Jennis Gehalt fliesst über Bildungsbudgets, die der Verband für Nachwuchsprojekte freigibt.

Jenni selbst bleibt knapp: „Ich will beweisen, dass man Spitzenhockey und Clubarbeit nicht trennen muss.“ Eine Ansage, die in einem Winter mit Olympia-Quali und engem NL-Klassenkampf an die Grenzen führen wird.

Erste Bewährungsprobe: Das Nationalteam trifft im November auf Finnland – in Kloten. Dann steht Jenni an zwei Bänken gleichzeitig. Die Schweizer Eishockey-Welt wird zuschauen, ob die Doppelrolle funktioniert oder implodiert. Bisher hat er jeden Zweifler überrollt.