Jena schockt oldenburg mit 97:75 und flüchtet aus dem keller

Science City Jena hat in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag die BBL-Tabelle auf den Kopf gestellt. Der Aufsteiger zerlegt Playoff-Anwärter EWE Baskets Oldenburg mit 97:75, schnappt sich Rang 14 und wirft den Norddeutschen aus der Play-in-Zone. Joe Wieskamp trifft sich mit 28 Zählern in einen Rausch – und Oldenburg muss plötzlich nach unten schauen.

Der dritte viertel wird zur falle

39:37 zur Pause – noch sieht alles nach einem engen Abend aus. Dann dreht Jena auf. 29:18 im dritten Viertel, ein 11:0-Run zu Beginn des letzten Abschnitts, und die Halle am Inselplatz kocht. Oldenburg, sonst für seine tiefen Rotation bekannt, wirkt platt. Christopher Clemons stemmt sich mit 20 Punkten gegen das drohende Loch, doch seine Mitspieler verlieren den Ball sieben Mal in Folge. Die Zahlen sind gnadenlos: 48 % Trefferquote aus dem Feld für Jena, nur 38 % für Oldenburg. Rebounds 44:29. Die Gastgeber dominieren beende Bretter – und damit auch die Köpfe.

Der Sieg ist kein Zufall. Trainer Florian John hatte seine Mannschaft auf diesen Abend eingeschworen. „Wir wussten, dass wir nur eine echte Playoff-Chance haben, wenn wir zu Hause endlich liefern“, sagt er nach dem Spiel. Die Taktik: Oldenburgs Pick-and-Roll-Varianten früh stören, Clemons doppeln und die Lücken für Wieskamp ausnutzen. Der Plan geht auf. Wieskamp trifft 6/9 Dreier, sein Gegenüber Rickey Paulding bleibt bei 2/8.

Abstiegsfrage bekommt neuen dreh

Abstiegsfrage bekommt neuen dreh

Mit 18:26 Punkten springt Jena auf Rang 14 und hat jetzt sechs Zähler Vorsprung auf den Vorletzten Heidelberg. Die Löwen Braunschweig sind bei 10:38 bereits fast abgeschrieben. Für Oldenburg wird es eng: 22:26 bedeutet Platz elf – und genau die Linie, die zur Play-in-Runde reicht. Doch Hamburg und Trier jubeln ebenfalls. Die Gladiators schlagen Hamburg 101:92 und bleiben auf Platz sieben. Die Veolia Towers rutschen auf Rang zwölf – und plötzlich ist auch der einst sichere Playoff-Kandidat Oldenburg im freien Fall.

Die Saison hat acht Spieltage vor Schluss einen neuen Handlungsstrang bekommen. Jena darf wieder träumen, Oldenburg muss um den Klassenerhalt zittern. Die Liga lacht – und wittert das nächste Drama. Denn wenn ein Kellerkind einen Top-Favoriten so alt aussehen lässt, ist alles offen. Selbst der Abstieg der großen Namen.