Japan fliegt mit rekord-defensive und europäischer elite zur wm 2026

15 Siege, 16 Spiele, drei Gegentore – Zahlen, die selbst Italiens Catenaccio-Ära blass wirken lassen. Japans Samurai Blue haben die Qualifikation zur WM 2026 nicht nur gemeistert, sie haben sie deklassiert. Jetzt droht der große Sprung ins Viertelfinale, eine Marke, die das Land seit 1998 vergeblich jagt.

Eine abwehr wie aus stahl

Während andere Teams noch nach Rückschlägen suchen, liefert Hajime Moriyasu die Antwort auf die Frage, was moderne Defensive bedeutet: drei Gegentore in 1.440 Minuten Spielzeit. Die Achse Itakura-Tomiyasu bei Ajax, Hiroki Ito in München und Sugawara in Bremen formiert eine europäische Viererkette, die im asiatischen Raum einfach keinen Gegner findet.

Die Zahlen sind brutaler als jede Analyse: 0,18 Gegentore pro Spiel. Selbst Tunesien, am 21. Juni um 6 Uhr deutscher Zeit der erste WM-Gegner, wird sich fragen, wie man eine Mauer knackt, die sich über 16 Partien nicht einmal einen Riss erlaubt hat.

Der plan: europa erobert asien zurück

Der plan: europa erobert asien zurück

Moriyasu setzt auf eine Mischung, die so nur Japan bietet: technisch versierte Dribbler wie Takefusa Kubo bei Real Sociedad kombiniert mit der körperlichen Präsenz von Wataru Endo in Liverpools Mittelfeld. Dazu der Tempokiller Ritsu Doan aus Frankfurt, der gegen Schweden am 26. Juni um 1 Uhr seine Schnelligkeit unter Beweis stellen wird.

Auffällig: Elf der 26 Nominierten spielen in der Bundesliga oder deren europäischen Top-Ligen. Kein asiatisches Team kann eine ähnliche Verflechtung mit europäischem Spitzenfußball vorweisen. Das erklärt auch die Reife, mit der die Mannschaft Qualifikationsduelle dominierte, die andere Teams in die Knie zwangen.

Gruppe f: die letzte hürde vor dem traum-viertelfinale

Gruppe f: die letzte hürde vor dem traum-viertelfinale

Die Auslosung bescherte Japan ein machbares Szenario: Niederlande als Gradmesser, Tunesien als Prüfstein und Schweden als potenziellen Angstgegner. Der erste Matchball gegen die Elftal am 14. Juni um 22 Uhr könnte schon die Richtung vorgeben. Gewinnt Japan, wird die Euphorie unkontrollierbar. Verliert es, wächst der Druck – und genau darin liegt die größte Gefahr für eine Elf, die Qualifikationsspiele gewohnt ist, aber noch nie K.o.-Prügel vertragen musste.

Die letzte WM-Teilnahme ohne Viertelfinale endete mit dem Achtelfinal-Aus gegen Kroatien. Diesmal soll alles anders werden. Die Defensive steht, die Offensive tickt, der Trainer kennt sein System. Jetzt zählt nur noch ein Sieg nach dem anderen. Japan hat die Rechnung schon gemacht: Vier Siege bis zum Halbfinale. Der erste Schritt führt nach Kanada, Mexiko und die USA. Der letzte könnte Geschichte schreiben.