Jair amador schlägt zurück: von der abstellbank zur eibar-deckung

Fünf Spiele, ein Punktverlust, null Gegentore in drei von vier Partien – das ist die Bilanz von Jair Amador seit seinem Startelf-Comeback. Der 33-jährige Portugiese, im Winter noch Abrisskandidat, ist plötzlich die unumstößliche Zentralfigur in der Abwehr von SD Eibar.

Die zahlen, die beñat san josé lieben

Als Marco Moreno Mitte März die Adduktoren zerriss, war klar: jemand muss die Lücke füllen. Gedacht war an Arbilla als Notlösung, doch der Trainer setzte stattdessen auf Amador. Seitdem kassierte Eibar nur noch zwei Gegentore, gewann drei Auswärtsspiele und rückt auf Rang vier der Segunda heran. Die Zuordnung mit Peru Nolaskoain funktioniert wie Uhrwerk: 82 % gewonnene Zweikämpfe, 28 Balleroberungen im letzten Drittel – Spitzenwerte der Liga in diesem Zeitraum.

Amador selbst redet das nicht groß. „Ich habe gelernt, nie die Hände in den Schoß zu legen“, sagt er nach dem Training in der Regenkälle von Ipurua. „Die Karriere ist lang, die Chancen kommen, wenn man bereit ist.“ Seine Kollegen nennen ihn „O Jipe“ – der Jeep –, weil er alles wegräumt, was sich vor dem Tor bewegt.

Vom transfergerüst zum teamplayer

Vom transfergerüst zum teamplayer

Noch im Januar sollte er nach Huesca wechseln, doch die Ablöse klaffte auseinander. Amador blieb, schuftete im Nebel von Atxabalpe und wartete. Die Szene in Andorra war sein Statement: neun klärende Bälle, zwei abgefangene Flanken, ein Schlüsselpass, der fast zum Tor führte. Gegen Burgos stand er nach 87 Minuten noch voll im Sprint, um eine Ecke vor dem eigenen Kasten wegzköpfen.

Im Kabinenblock wirkt er wie ein zweiter Co-Trainer. „Er erklärt den Jungs, wann man das Tempo drosseln muss“, berichtet San José. „Das spart uns fünf Trainingseinheiten.“ Die Gruppe ist jung, durchschnittlich 24,3 Jahre, und braucht genau diesen Typus, der schon in Thessaloniki, Sevilla und Valladolid gesehen hat, wie schnell sich eine Saison drehen kann.

Die nächste Prüfung folgt am Sonntag in Almería, wo Eibar seit fünf Jahren nicht gewann. Amador lacht trocken: „Dann wird es Zeit, dass sich die Serie ändert.“ Er trägt seine Schienbeinschoner bereits seit zehn Jahren – ein Ritual, das er nicht aufgeben wird. „Solange sie nicht platzen, spiele ich“, sagt er und deutet auf die abgewetzten Kappen.

Die Aussichten? Mit einem Sieg wäre Eibar Tabellenzweiter, der direkte Aufstiegsplatz zum Greifen nah. Amador selbst will den Vertrag bis 2025 nicht diskutieren, bevor die Saison entschieden ist. „Erst die Arbeit, dann der Lohn“, knurrt er und verschwindet in der Kabine. Die Tür fällt ins Schloss. Draußen regnet es weiter – und drinnen steht ein Verteidiger, der endlich wieder zuhause ist.