Jaguars setzen auf hunter als verteidiger – trade-up plötzlich teuer?
Jacksonville, Florida – Der Hype um Travis Hunter, das als zweifaches Talent gefeierte Wunderkind des College-Football, könnte bald ein jähes Ende finden. Die Jacksonville Jaguars, die im vergangenen Draft 2025 tief in die Tasche griffen, um Hunter an Position zwei zu sichern, planen nun eine drastische Umorientierung seiner Rolle im Team. Statt als Allrounder, der sowohl in der Offense als auch in der Defense glänzt, soll Hunter künftig vorwiegend als Cornerback zum Einsatz kommen.

Die jaguars setzen auf spezialisierung
Laut NFL-Insider Ian Rapoport wird Hunter nach seiner Genesung von der Knieverletzung primär in der Defense agieren. Geplante Einsätze als Wide Receiver sind lediglich situativ vorgesehen. Diese Entscheidung ist umso überraschender, wenn man bedenkt, dass die Jaguars im Draft 2025 einen äußerst kostspieligen Trade mit den Cleveland Browns vollzogen, um Hunter überhaupt ins Visier zu bekommen. Für die Nummer zwei des Drafts mussten sie neben ihrem eigenen Erstrundenpick auch Pick Nummer fünf, mehrere Day-2-Picks sowie einen weiteren Erstrundenpick für 2026 abgeben. Die hohe Investition wurde damals mit Hunters Vielseitigkeit und seinem Potenzial als Difference-Maker auf beiden Seiten des Balls begründet.
General Manager James Gladstone betonte, dass Hunter im Offseason-Programm noch eingeschränkt trainiert habe, aber rechtzeitig zum Training Camp vollständig einsatzbereit sein soll. Der Fokus liegt nun klar auf einer Spezialisierung, um Hunter konstant einzusetzen und seine Entwicklung gezielt zu fördern. Die physischen Anforderungen einer kompletten NFL-Saison sollen dabei nicht unterschätzt werden. Ein dauerhafter Two-Way-Einsatz wäre für den jungen Athleten schlichtweg zu belastend.
Die Receiver-Situation erleichtert die Entscheidung
Zusätzlich spielt die aktuelle Besetzung der Wide-Receiver-Position eine Rolle. Die Jaguars verfügen bereits über eine Reihe produktiver Optionen im Passspiel, darunter Brian Thomas Jr., Jakobi Meyers und Parker Washington, der in der vergangenen Saison einen deutlichen Leistungssprung hinlegte. Diese vorhandene Power im Receiver-Room reduziert den Bedarf an Hunter’s offensiven Fähigkeiten und ermöglicht es dem Team, sich voll und ganz auf seine defensive Rolle zu konzentrieren.
Der aggressive Trade-Up wirkt im Nachhinein betrachtet noch kostspieliger. Dennoch birgt diese Entwicklung auch eine Chance: Bereits im College überzeugte Hunter insbesondere durch seine Instinkte in Coverage und seine Ball Skills. Hier könnte er sein volles Potenzial entfalten, ohne dass zusätzliche Entwicklungszeit für Route-Running und das Timing in komplexen Passing-Offenses eingeplant werden muss. Die Erwartungen an Hunter als Cornerback sind nun entsprechend hoch, denn die Jaguars müssen zeigen, dass die Investition langfristig nicht als Fehlentscheidung im Draft gewertet wird – und das ohne den zusätzlichen Druck, ihn auch offensiv zum Leistungsträger zu machen.
Die Jaguars haben einen Draufgänger bewiesen, jetzt gilt es, das Talent optimal einzusetzen. Die Zukunft wird zeigen, ob dieser strategische Wandel der richtige Schritt ist, um aus Travis Hunter einen echten Star zu machen.
