Jaganjac bricht sich den mittelfuß – löwen verlieren abwehrmotor im sa-endspurt
Mit einem Knacks im Mittelfuß verlor die TSV Pelkum am Freitag mehr als einen Spieler: Halil Jaganjac, die defensive Antriebsmaschine der Rhein-Neckar Löwen, ist raus. Der 27-jährige Kroate erlitt am Dienstag einen Bruch im rechten Mittelfuß – ein Tweet aus dem Trainingslager, der in Mannheim wie ein Schlag ins Gesicht kam.

Die operation verlief planmäßig, die saisonplanung nicht
Die Ärzte in Heidelberg schraubten, was zu schrauben war. Alles gut, hieß es danach. Nur: Der Zeitplan passt nicht zur Handball-Bundesliga. Fünf Spieltage vor Schluss fehlt nun genau der Rückraumspieler, der zuletzt wieder Fahrt aufnahm. „Er war auf einem guten Weg“, sagt Maik Machulla, und man hört, wie sehr ihm der Satz in der Kehle stecken bleibt.
Uwe Gensheimer, sportlicher Leiter, spricht von „enorm herausfordernd“. Das klingt nach Bürokratie, meint aber: Ohne Jaganjac wird die Abwehr ein offenes Tor. 57 Tore warf er vor seinem Herbst-Trauma, danach kamen 17 dazu – ein Saisonflickenteppich aus Pausen und Comebacks. Jetzt wieder Stillstand.
Die Löwen liegen momentam auf Rang fünf. Die Champions-League-Plätze rücken in Reichweite, aber auch die Gefahr, sich selbst zu verlieren. Denn Jaganjac ist nicht irgendwer: Er blockt wie ein zweites Tor, startet den Konter, trägt die lahme Abwehr. Ohne ihn muss Machulla seine Rotation umkrempeln – und genau da wird es eng. Der Kader ist breit, aber nicht tief. Ein Ersatz kann die Laufwege nicht übernehmen, die Jaganjac in den Knochen hat.
Die nächsten Gegner? Berlin, Flensburg, Magdeburg. Drei Gegner, die dich nachts anrufen, wenn sie an Albträume denken. Die Löwen benötigen also Punkte – und einen Plan, wie sie die Lücke stopfen, ohne sich selbst zu zerfleischen.
Jaganjac selbst schweigt auf Instagram, postet aber aus dem Krankenzimmer ein Foto von seinen Schienen. Die Fans kommentieren mit Herzen und „Kopf hoch“. Es ist das Bild eines Spielers, der gerade wieder Fahrt aufnahm – und nun wieder bei Null beginnt.
Für die TSV Pelkum heißt das: Sprinten mit Handbremse. Die Saison ist noch nicht verloren, aber der Rhythmus ist weg. Und Rhythmus, das wissen die Löwen, lässt sich nicht operieren.
