Jacobsen wirbelt die em-maschine auf: fünf debütanten, ein gidsel-statement
Die dänische Handball-Fabrik läuft auf Hochtouren. Nationalcoach Nikolaj Jacobsen hat der Golden League fünf Frischlinge zugemutet – und Weltstar Mathias Gidsel jubelt schon nach dem ersten Training: „Frischer Wind mit Champions-League-Niveau.“
Jacobsens blitz-revolution
Erst vier Neue, dann noch ein Hamburger dazu: Christoffer Bonde, Steven Plucnar, Frederik Bjerre, Viktor Norlyk und Nicolai Jörgensen rückten binnen 48 Stunden in den Kader. Der Plan? Druck vom Altgedienten nehmen und Tempo erhöhen. Gidsel bestätigt: „Saugstrup und ich schauten uns an – die Jungs spielen irr schnell.“
Der 39:30-Kantersieg gegen Norwegen lieferte den Prototyp: Norlyk glänzte als Regisseur, Bjerre traf aus der zweiten Welle, Plucnar blockte im Zentrum und Bonde parierte einen Siebenmeter. Skjern-Keeper Bonde gestand trotzdem: „Wenn du links und rechts Hansen und Landin stehen siehst, wird das Nervenkostüm auf Maximum gefahren.“

Qualität oder quantität?
Jacobsen nennt es „breite Basis statt Stars horten“. Fakt ist: Alle Debütanten bis auf Jörgensen spielen in der eigenen Liga – ein klares Bekenntnis zum dänischen Nachwuchsprogramm. GOG holt Plucnar im Sommer, Aalborg behält Norlyk, Bjerre bleibt in Skanderborg. Gidsel sieht darin eine Machtdemonstration: „Die Talente bestätigen die These, dass Dänemark gerade die talentierteste Pipeline Europas besitzt.“
Die Konkurrenz schaut neidisch. Frankreichs Coach Guillaume Gille testet ebenfalls, aber ohne Gidsel-Level als Multiplikator. Deutschland ringt um Konsistenz, Spanien um Tiefe. Dänemark dagegen kann auf 18 Weltklassekräfte zurückgreifen – und muss sich für die EM nur noch einteilen.
Die Golden League dient damit als Live-Schaufenbuch. Jacobsen will wissen, wer international Reife beweist, bevor er im Januar den endgültigen EM-Kürf zuschickt. Gidsel gibt schon grünes Licht: „Wenn die Jungs so weitermachen, muss Niko nur noch den Koffer packen – der Rest erledigt sich von selbst.“
