Itzulia 2025: del toro bricht nach sturz das rennen ab – uae verliert kapitän
Isaac del Toro ist weg. Der Mexikaner, auf den UAE Team Emirates in der itzulia seine Podesträume baute, stürzte in der dritten Etappe, schwang sich nach 30 schmerzhaften Kilometern ins Teamauto und beendete seine Baskenlandfahrt 2025 vorzeitig. Die Entscheidung fiel auf der Straße, nicht im Krankenhaus – doch die Schmerzen in Hüfte und rechten Bein ließen keinen Raum für Heldengeschichten.
Der sturz und sein nachhall
Es war jene Kurvenkombination vor Elgoibar, bei der schon in den vergangenen Jahren das Feld zersplitterte. Mehrere Fahrer rutschten auf nassem Asphalt aus, Del Toro kam schlechter weg. Ein Betreuer musste sein rechtes Bein aus dem Pedal lösen, damit er überhaupt auftreten konnte. „Er wollte weitermachen, aber das Bein verweigerte den Dienst“, sagte Direktor sportif Josean Fernández Matxín, der seinen Schützling schließlich neben sich ins Auto zog. Kein gebrochener Knochen, keine offene Wunde – und doch war klar: Heute gibt kein Weiter.
Die Ärzte verzichteten vor Ort auf eine Notfallversorgung, um keine weiteren Risiken einzugehen. Stattdessen fährt Del Toro ins Hospital Universitario Donostia, wo MRT und CT die genaue Diagnose liefern sollen. UAE kündigte an, erst nach den Untersuchungen ein Statement zu veröffentlichen. Die Befürchtung: tiefe Prellung, möglicherweise Kapselriss in der Hüfte.

Uae steht ohne leitwolf da
Mit Del Toro verliert die Mannschaft den Fahrer, der in diesem Frühjahr auf stetem Aufwärtstrend war. Sein zweiter Platz bei Tirreno-Adriatico hatte Selbstvertrauen gegeben, das Ziel für die itzulia war klar: Podest, keine Ausreden. Nun muss João Almeida die Führung übernehmen – ein Portugiese, der selbst noch Rückstand auf die Top-Drei hat und nach seinem Sturz im letzten Jahr noch mit Folgeschäden kämpft.
Die Ausfallliste der itzulia liest sich wie ein Who-is-Who des modernen Pelotons: Erst Mikel Landa, angefahren vom medizinischen Begleitfahrzeug auf Etappe zwei, nun Del Toro. Das Rennen, das sich als Generalprobe für die Ardennenklassiker und die Tour de France präsentieren wollte, verliert innerhalb von 24 Stunden zwei seiner charismatischen Protagonisten.

Dauphiné-ticket noch gültig
Die gute Nachricht: Das Trainingstagebuch für den Critérium du Dauphiné (7.–14. Juni) bleibt vorerst unverändert. Del Toro hatte den Giro d‘Italia ohnehin ausgelassen, um sich auf die zweite Jahreshälfte vorzubereiten. Setzt der mexikanische Nationalspieler nur zwei Wochen aus, kann er das Dauphiné nutzen, um seine Form für die Tour zu testen. Sollte die Hüfte aber länger zicken, droht auch ein Aus für das Juli-Highlight in Nizza.
Die itzulia aber ist Geschichte für ihn. Die Straßen von Guernica bis Arrate haben ihren Tribut gefordert – und wieder einmal bewiesen: Die Baskenlandfahrt macht keine Gefangenen, nur Opfer. UAE wird nun umdisponieren, die Staffelung ändern und hoffen, dass der nächste Sturz nicht auch noch Almeida oder Ayuso erwischt. Wer hier überlebt, ist im Juli bereit für die großen Klassiker. Wer nicht, schreibt sich in die lange Liste jener, die an der Küste Spaniens ihre Saison neu planen müssen.
