Italiens baseball-hammer: pasquantino schmettert mexiko raus und rettet die usa
Vinnie Pasquantino hat Geschichte geschrieben – und zwar mit drei Homern in einem einzigen Spiel. Sein Schlaghagel gegen Mexiko schleust Italien als Gruppensieger ins Viertelfinale des World Baseball Classic und rettet nebenbei die USA mit ins Achtelfinale. Samstag 02:00 Uhr Ortszeit geht’s gegen Puerto Rico. Die Baseball-Welt schaut auf Miami – und auf den Azzurri.
Pasquantino liefert die erste drei-homer-nacht der wbc-geschichte
Kein Spieler hatte je drei Homer in einem WBC-Match gedroschen. Bis Dienstagabend. Pasquantino, 25, First-Baseman der Kansas City Royals, schwang den Bat wie einen Holzfäller: 1-0, 5-0, 8-1 – jedes Mal landete der Ball im linken Feld, Mexiko versank in Schockstarre. „Ich hab nur geschaut, dass der Ball hoch und weit fliegt – mehr nicht“, sagte er nach dem 9-1-Sieg. Die Statistik kennt keine Niederlage mehr: Italien führt die Gruppe A mit 3-0 an, vor den USA und den entthronten Mexikanern.
Hinter den Kulissen lief alles nach Plan – nur eben Italiens Plan. Aaron Nola, eigentlich für ein mögliches Finale vorgesehen, durfte schon im Vorrundenspiel ran. Er lieferte: 5 Innings, 0 Runs, 7 Strikeouts. Danach nahm Manager Mike Piazza keine Gefangenen: Gordon Graceffo, Claudio Scotti und Joe LaSora schalteten Duran, Tellez & Co. aus. Die Defensive klappte, die Offense explodierte. Ein Squeeze-Bunt von Dante Noti brachte das 3-0, ein Error von Alek Thomas das 7-0. Italien spielte kleines Spiel, großes Spiel – und dann wieder Powernummern.

Mexikos fluch in azurblau: 2013, 2017, 2023 – immer das gleiche drama
Die Bilanz ist brutaler als jede Statistik: Drei WM-Turniere, drei Niederlagen gegen die Azzurri. 2013 in Phoenix, 2017 in Guadalajara, jetzt 2023 in Miami – immer schlug Italien zu. Die Mexikaner warfen 202 Mio. Dollar Gehalt auf dem Feld, Italien haushälterische 31 Mio. – und gewann trotzdem mit 9-1. Die Twitter-Timeline des mexikanischen Verbandes verstummte nach dem vierten Inning komplett. Die italische Dugout-Party dagegen ging bis 03:00 Uhr durch die Hotellobbys von Little Havana.
Für die USA reicht das 3-1 gegen Kolumbien zum Weiterkommen – dank Italiens Sieg. Die Organisatoren atmen auf: Kein Ausscheiden des Gastgebers, keine leeren Stadien am Wochenende. Die Ticketpreise für Samstag stiegen innerhalb von Minuten um 42 Prozent. Puerto Rico wartet mit Francisco Lindor und einem Bullpen, das nur 1,73 Runs pro neun Innings zulässt. Aber wer will gegen eine Mannschaft wetten, die gerade drei Homers in einem Spiel schlug – und dabei noch nie in der Lage war, einen einzigen zu platzieren?
Die Zahlen sprechen für sich: 12 Homer in drei Spielen, zweitbeste Power-Offensive hinter der Dominikanischen Republik, Team-Batting-Average von .312. Und ein Captain, der nach eigener Aussage „noch längst nicht fertig“ ist. Piazza lächelt nur: „Wir haben nichts zu verlieren. Aber wir wollen alles.“ Samstagnacht wird Miami entweder ein neues Kapitel Italiens schreiben – oder Puerto Rico beweisen, dass es doch nur ein italienischer Traum war. Die Uhr tickt. Der Count steht 0-0. Und Vinnie Pasquantino hat seinen Bat schon wieder gewärmt.
